IDM: Doppelsieg für KTM am Schleizer Dreieck

08.08.2011 | Beitrag von Redaktion   

KTM hat auf dem Schleizer Dreieck einen Doppelerfolg gefeiert. Am Sonntag (7. August) gingen die Siege an Matej Smrz aus der Tschechischen Republik und Martin Bauer aus Österreich. 32.500 Zuschauer sahen auf der Naturrennstrecke zwei Läufe der IDM SUPERBIKE, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können: Der erste Lauf wurde als Regenrennen gestartet, doch trocknete die Strecke ab und Smrz holte sich den Sieg vor dem Australier Damian Cudlin (BMW) und Markenkollege Bauer. Das zweite Rennen fand unter besten Motorsport-Bedingungen statt, dieses Mal hieß der Sieger Bauer – vor Cudlin und Karl Muggeridge (Honda).

Die Pole Position am Samstag hatte sich noch der Berliner Dario Giuseppetti auf einer Ducati 1098R gesichert. Doch der Mann aus dem Technogym Racing Team powered by Hertrampf hatte am Sonntag das Glück nicht auf seiner Seite: Im ersten Lauf stürzte er per Highsider und zog sich Brüche am linken Bein zu. Das Rennen wurde abgebrochen. Insgesamt wurden die Nerven der IDM SUPERBIKE-Piloten vor diesem ersten Lauf stark auf die Probe gestellt. Zunächst hatte sich der Start um 45 Minuten verzögert, da das vorangegangene Rennen des Yamaha R6 Dunlop Cups aufgrund einer Kraftstoffspur abgebrochen werden musste. Diese galt es zu beseitigen, um den 25 Akteuren der höchsten deutschen Motorradrennsport-Klasse die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen. Hinzu kam noch, dass es in Schleiz am Vormittag zu regnen begonnen hatte. Dann kam noch der Abbruch und Neu-Start hinzu.

Smrz holt Sieg in Lauf 1

Mit reichlich Verspätung war es dann der amtierende Meister Muggeridge, der den besten Start erwischte. Aber schon auf der ersten Runde wurde er vom Australier Cudlin kassiert, der sich anschickte, sich vom Feld zu lösen. Während Muggeridge zurückfiel, holte der Tscheche Smrz mit seiner KTM RC8 R auf. Schließlich klebte er ab Rennhalbzeit an den Hinterrädern von Jörg Teuchert (Yamaha) und Cudlin. Ein paar Runden lang studierte Smrz die Gegner, dann ging er in Runde elf am ehemaligen Champion Teuchert vorbei. Wenig später schied der mittels Sturz aus dem Rennen aus. Erst auf den letzten Metern machte Smrz richtig ernst. Schon zuvor hatte er ein paar Mal versucht die BMW S1000RR von Cudlin zu kassieren, aber der konnte kontern. In der vorletzten Runde aber tauschte die Führung und der jüngere Bruder von Superbike WM-Pilot Jakub Smrz konnte seinen Vorsprung noch auf 2,6 Sekunden ausbauen.

Rang drei ging an Bauer, der ein verhaltenes Rennen fuhr. Der zweifache IDM SUPERBIKE-Champion wartete ab und schob sich Platz um Platz nach vorn. Am Ende wurde er mit Rang drei und weiteren 16 Zählern für die Gesamtwertung belohnt. Rang vier ging an Muggeridge vor Ghisbert van Ginhoven, Stefan Nebel, Kevin Wahr, Gareth Jones, Lokalmatador Sascha Hommel und Didier Grams.

Der erste Lauf war von Reifenpokern geprägt. Während Cudlin mit einer weicheren Regenreifen-Mischung losgefahren war, hatte Smrz auf die härtere vertraut und wurde dafür am Ende belohnt. Auch Grams hatte gepokert und auf eine Intermediate-Mischung gesetzt, welche ihm entscheidend bei seinem zehnten Platz half. Andersherum erging es Steven Michels auf der Suzuki, der komplett auf Slick-Reifen gesetzt hatte. Doch da es in den ersten drei Runden doch noch etwas regnete, war sein Rückstand am Ende auf trockener Strecke schon zu groß, um etwas zu reißen.

Einen guten Einstand in der IDM SUPERBIKE feierte auch Daniel Kartheininger. Bis Anfang des Jahres noch in der 125ccm-Klasse der Weltmeisterschaft unterwegs gewesen, wagte er am Schleizer Dreieck den Aufstieg auf eine 1200ccm große KTM RC8 R. Im ersten Rennen fuhr er als 15. in die Punkteränge, bekam aber als Gaststarter keine Zähler gut geschrieben.

Bauer souverän zum Sieg in Lauf 2

Martin Bauer drückt dem Nachmittagsrennen seinen Stempel auf. Der Österreicher bog schon als Erster in die erste Kurve ein, setzte sich sofort vom Feld ab, stellte einen neuen Rundenrekord auf und fuhr souverän kontrolliert mit einem Sieg nach Hause. Schon nach wenigen Runden hatte er sich eine Ziel-Geraden-Länge Vorsprung auf die Verfolger Cudlin und Muggeridge herausgefahren. Die beiden Australier waren chancenlos.

Doch Cudlin und Muggeridge fuhren ihr eigenes Rennen. Die beiden BMW S1000RR- und Honda CBR1000RR-Piloten hielten die Spannung bis zum Schluss offen. Erst in der letzten Kurve und im darauf folgenden Sprint zur Ziellinie entschied sich der Lauf – zu Gunsten von Cudlin. Muggeridge war zwar als Erster aus der letzten Kurve herausgekommen, ging aber etwas zu früh ans Gas, hatte dadurch einen heftigen Rutscher und verlor wichtige Zeit. Dies gab Cudlin die Möglichkeit im Sprint zur Ziellinie mi 0,020 Sekunden den besseren Ausgang für sich zu verbuchen.

Relativ offen blieb auch der Kampf um Rang vier, wobei die dort fahrenden Akteure sich kaum gegenseitig attackieren konnten. Wie auf die Perlenschnur aufgefädelt donnerten Gareth Jones, Matej Smrz und Stefan Nebel über die Ziellinie. Sascha Hommel hatte die Pace in den letzten Runden nicht mehr mitgehen können, verstand es aber, seinen Yamaha Motor Deutschland-Teamkollegen Jörg Teuchert hinter sich zu halten. Filip Altendorfer und Barry Veneman machten die Top Ten rund.

Bauer konnte am Schleizer Dreieck seine Führung in der Meisterschaft festigen. Der KTM-Pilot liegt mit 187 Zählern an der Spitze und hat 24 Punkte Vorsprung auf Muggeridge (163). Doch auch Cudlin (160) und Smrz (155) gehören noch zum engeren Kreis der Favoriten – vor allem wenn man bedenkt, dass als nächstes das Rennen auf dem Red Bull Ring (19. – 21. August) bei Zeltweg ansteht. Diese Strecke ist 2011 neu im Kalender der IDM SUPERBIKE.

Stimmen der Sieger:

Matej Smrz: Wir haben einen anderen Reifen als Damian (Cudlin) gewählt. Ich denke vorn war es für alle gleich, aber der Hinterreifen, da gab es Optionen. Ich denke, dass Martin (Bauer) und ich diejenigen waren, die die Medium-Mischung aufzogen. Und im Rennen konnte man das dann sehen. Am Anfang war es ein wenig nässer und es begann auch wieder ein klein wenig zu regnen. Aber nach fünf Runden hörte es auf und die Strecke wurde trockener und trockener. Damian fuhr eine gute Pace, aber ich kam an ihn ran und als ich dann sah, dass er trotz seiner BMW-Power in jeder Kurve am Rutschen war, wusste ich, dass es nicht möglich sein würde, dass er so zu Ende fährt. Und ich denke er realisierte das in den letzten Runden auch. Ich denke daher, dass die Reifenwahl entscheiden war. Für mich war es perfekt. Am Sachsenring hatten wir etwas Pech, dann war der Salzburgring, wo wir ein paar Probleme mit dem Motorrad hatten. Aber jetzt sind wir wieder in der Position, wo wir sein müssen. Danke an alle und auch Danke an mein Team.

Martin Bauer: Ich bin gestern keine Qualifyer gefahren, sondern nur mit Rennreifen und daher wusste ich, dass wir für das Rennen sehr sehr gut aufgestellt sind. Für das erste Rennen war es natürlich etwas schwierig, wir haben versucht uns da etwas aus der Affäre zu ziehen. Es war sehr tricky da draußen. Ich habe im Hinblick auf die Meisterschaft einfach nichts riskiert und versucht so viele Punkte wie möglich mitzunehmen. Das hat sensationell geklappt. Im zweiten Rennen sah es nicht schlecht aus. Nach dem Start war ich noch etwas vorsichtig, weil man nach so einem Regenguss nie weiß, wie sich die Strecke verhält. Doch in der ersten fliegenden Runde habe ich gleich einmal richtig gezogen und habe gesehen, dass die Pace stimmt. Dass die dann aber so hoch war, da war ich selber überrascht. Ich musste ein Mal auf den Laptimer draufklopfen, weil ich es nicht geglaubt habe, wie schnell das wirklich ist. Es freut mich sehr, vor allem auch, weil in der Vergangenheit sehr viel über die KTM diskutiert worden ist. Aber hier konnten wir demonstrieren – auf einer Strecke, wo es nicht so sehr auf Leistung ankommt, sondern auf viel mehr rundum ums Motorrad – dass wir auch hier schlagkräftig sind. Sowohl im Trockenen, als auch im Nassen. Das zeigt, dass die KTM mittlerweile ein Top-Motorrad geworden ist und ich denke es bleibt einem nichts anderes übrig, als das so langsam mal zu akzeptieren.”

Ergebnisse IDM SUPERBIKE

11. Lauf:
1. Matej Smrz (CZE/KTM) 25:38,219 Min.
2. Damian Cudlin (AUS/BMW)  + 2,624 Sek. 
3. Martin Bauer (AUT/KTM) + 12,957 Sek. 
4. Karl Muggeridge (AUS/Honda) + 19,058 Sek. 
5. Ghisbert van Ginhoven (NED/BMW) + 23,651 Sek. 
6. Stefan Nebel (Velbert/KTM) + 24,354 Sek. 

12. Lauf:
1. Bauer 28:56,719 Min.
2. Cudlin + 5,421 Sek.
3. Muggeridge + 5,441 Sek.
4. Gareth Jones (AUS/BMW) + 8,843 Sek.
5. Smrz + 9,504 Sek.
6. Nebel 10,017 Sek. 

IDM-Stand (nach 12 von 16 Läufen):
1. Bauer (AUT/KTM) 187
2. Muggeridge (AUS/Honda)  163
3. Cudlin (AUS/BMW) 160
4. Smrz  (CZE/KTM)  155
5. Michael Ranseder (AUT/BMW) 129
6. Dario Giuseppetti (DE/Ducati) 109

Markenwertung (nach 12 von 16 Läufen):
1. KTM 364
2. BMW 362
3. Honda 203
4. Yamaha 164

Quelle: IDM




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