Dakar 2011: Dritter Etappensieg von Marc Coma auf der 8. Etappe (mit Video)

11.01.2011 | Beitrag von Redaktion   

Während sich an der Spitze Marc Coma und Cyril Despres eine Art von Katz-und-Maus-Spiel liefern, lichtet sich hinter ihnen das Feld dramatisch. Nur Francisco Lopez ist noch einigermaßen in Schlagdistanz zu den  beiden KTM-Piloten, dahinter fallen die Zeitrückstände der FahrerInnen in die Kategorie “praktisch uneinholbar”.

Auch in der 8. Etappe geht das Duell um Minuten zwischen Coma und Despres weiter, diesmal hat der Spanier das bessere Ende für sich und gewinnt die Etappe mit einem Vorsprung von 1:55 Minuten auf Despres. Comas Vorteil an diesem Tag ist, dass er nach Despres startet. Zuerst ist der Franzose schneller unterwegs, doch schon nach 40 der 508 zu bewältigenden Kilometer beginnt Coma aufzuschließen. Gemeinsam schließen die beiden dann auch noch zu Francisco Lopez auf, der die 8. Etappe eröffnet hatte.

Damit sind Positionen und Rückstände festgelegt, die drei Piloten bleiben bis zum Ziel beisammen. Wenn sich drei Spitzenfahrer in einer Gruppe einig sind, dann ist das auch eine schlechte Nachricht für die Konkurrenz, denn die Chance für andere Fahrer, da noch um den Etappensieg mit zu fahren sind praktisch bei Null. Helder Rodriguez holt auf seiner Yamaha den vierten Platz in der Tageswertung (+8:38 Minuten).

Auf Platz 5 folgt Pal-Anders Ullevalsetter, der langsam aber sicher auch in der Gesamtwertung einen Platz nach dem anderen nach vorne rückt, aber auf der 8. Etappe alleine mehr als 25 Minuten Rückstand auf Marc Coma hat.

Nach der Etappen meinten …

Marc Coma: „Eine sehr harte, sehr lange Etappe mit vielen Kilometern und Dünen. Ich habe mich mit Cyril und Chaleco zusammengetan. Wir sind abwechselnd vorneweg gefahren, haben dabei aber ein hohes Tempo gehalten. Ich bin über das Tempo heute zufrieden. Eine gute Etappe, nach den Schwierigkeiten gestern. Alles ist gut gelaufen. Ich bin zufrieden, weil es 500 km Sonderprüfung waren. Das ist wirklich viel.“

Cyril Despres: „Es lief gar nicht mal so schlecht heute. Wir waren einige Stunden lang unterwegs: 505 km. Und dann ist es nicht leicht, vorneweg zu fahren. Wir mussten also zwangsläufig eingeholt werden. Und Chaleco und ich hatten Spaß. Heute lautete die Parole eben dahinter bleiben. Er geht kein großes Risiko ein, aber was soll’s. Es ist, wie es ist. Es ist nicht zu ändern, aber zumindest haben wir den anderen ein paar Minuten verpasst. Chaleco ist auf allen schnellen Abschnitten voran gefahren und ich in den Dünen. Zufrieden bin ich letztendlich, dass es gelungen ist, sie zu überholen und zuerst über die Ziellinie zu gehen. Das ist nicht weltbewegend, aber die Genugtuung dieses Tages. Das Problem bei diesen Navigationsspielchen ist, dass es nicht nur im Radsport Windschattenschmarotzer gibt, es gibt sie auch im Rallye-Raid. Aber das gehört zum Spiel.“

Francisco Lopez: „Es war eine lange, eine sehr lange Sonderprüfung, wo viel Navigation gefordert war. In manchen Abschnitten musste ich vorneweg fahren. An anderen Stellen hat Cyril die Aufgabe übernommen, und letztendlich sind wir gut gefahren. Der Tag war eigentlich in Ordnung. Es hat gut bei uns geklappt. Es war schwierig, eine solche Etappe mit 508 gewerteten Kilometern zu gewinnen. Aber wir sind schnell gefahren und ich wusste, dass es für die Wertung gut ist, wenn wir an der Spitze bleiben.“

Ein weiterer Unglückstag für speedbrain BMW

Eígentlich hatte das Team BMW Motorrad by speedbrain gedacht, dass das Maß an Pech bei der diesjährigen Dakar bereits übererfüllt sei. Aber die 8. Etappe von Antofagasta nach Copiapo brachte es noch dicker.

Das große Problem des Tages: Teile der Strecke waren ausgesprochen gefährlich. Im tiefen Fesch Fesch versteckte Steine machten ein sturzfreies Durchkommen zu einem Lotteriespiel. Paulo Goncalves, am Vortag bravourös wieder nach vorne gefahren, nachdem er vor dem Ruhetag durch einen Elektrikschaden viel Zeit verloren hatte, konnte befreit auffahren und tat dies auch. Etwa bei Kilometer 50 lag er souverän in Führung der Tageswertung, als er eben solch einen versteckten Stein erwischte und stürzte. Nachdem er sich wieder aufgerappelt hatte, spürte er einen stechenden Schmerz in der Schulter: Schlüsselbein gebrochen. Die Dakar für ihn zu Ende.

Noch nicht genug: Direkt hinter ihm war sein Teamkollege Frans Verhoeven ins Rennen gegangen. Fast zeitgleich und nur fünf Kilometer zurück stürzte auch er. Er blieb zwar unverletzt, im Motorgehäuse klaffte aber durch eine Felsenberührung ein Loch. Der dritte Fahrer im Bunde, Pedro Bianchi Prata hielt später bei ihm an und half ihm. Auch er verlor dadurch viel Zeit.

Nach der aufwendigen Reparatur lag Frans Verhoeven in der Tageswertung rund viereinhalb Stunden zurück, Bianchi gut zwei Stunden.

Ergebnis der 8 Etappe »

Foto: marccoma.com




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