Die Geschichte der GS (5/9): die R 1150 GS

02.08.2010 | Beitrag von Redaktion   

Das Bessere ist des Guten Feind“. So erprobten im Jahr 1998, als gerade  Jubiläumsversion der R 1100 GS angeboten wurde, die Versuchstechniker schon eifrig die R 1150 GS, die 1999 auf den Markt kam. Doch vorher machte die BMW GS einen Ausflug in die kleineren Hubraumregionen.

Vom Einstiegsmodell der Boxerbaureihe, der R 850 R, hatte man ein 70 PS bei 7.000/min leistendes 848 cm³-Triebwerk in die GS verpflanzt.

Doch die kultivierte Vierventil-Enduro verkaufte sich wesentlich schlechter als die 1100er Variante. Hier wiederholte sich die Erfahrung, die BMW bereits mit den R 65 GS und R 80 GS gemacht hatte. Es wurden lediglich 1.954 R 850 GS gegen über 43.628 R 1100 GS abgesetzt.

BMW Boxerkunden lieben hubraumstarke Motoren und kaufen gern nach dem Motto „Wenn schon, denn schon!“.

Die ab September 1999 lieferbare R 1150 GS schickte sich alsbald an, erfolgreicher als ihre Vorgängerin zu werden. Nicht nur der größere Hubraum sollte die R 1150 GS von der der R 1100 GS unterscheiden: Das Triebwerk hatte durch einen geschickten Griff eine Leistungssteigerung auf 85 PS bei 6.750/min aus 1130 cm³ erfahren.

Zylinder samt Kolben stammten von der BMW R 1200 C, Kurbeltrieb und Zylinderköpfe kamen von der BMW R 1100 S. Eine kompaktere Kupplung und das Sechsganggetriebe der R 1100 S komplettierten zusammen mit der leistungssteigernden Auspuffanlage das üppige Technikpaket.

Favorit aller Globetrotter: R 1150 GS „Adventure“

In bester Tradition stand für Globetrotter zum Modelljahr 2002 die R 1150 GS „Adventure“ in den Verkaufsräumen der BMW Händler. Die mit längeren Federbeinen mit wegabhängiger Dämpfung, eloxierten Felgen, großer Windschutzscheibe, einteiliger Sitzbank, massiverem Ölwannenschutz auftretende Adventure bot den Weltreisenden eine ausgezeichnete Basis, um sich ein konditionsstarkes Fernreisemotorrad mit Off-Road-Kompetenz zu schaffen.

BMW bot zugleich ein üppiges Zubehörgramm: Vom modellspezifischen Zubehör wie einem 30 l fassenden Tank und einem besonders robusten Alu-Koffersystem bis hin zu allgemeinen BMW Zubehörklassikern wie Heizgriffen oder dem weiterentwickelten ABS II. Auch an Details war gedacht worden: Der Seitenständer wies eine größere Fußplatte zum Abstellen der Maschine auf weichem Untergrund auf.

Wenige Wochen nach Erscheinen der „Adventure“ erhielten alle Vierventiler eine Doppelzündung, um so die Euro 3-Abgashürde zu passieren und besseren Rundlauf bei wenig Last und Drehzahl zu bieten.

Weltweiter Erfolg

War die große Vierventil-GS schon jahrelang Topfavorit deutscher Motorradkäufer, kamen nun auch vermehrt andere Europäer, allen voran Briten und Italiener, auf den Geschmack. Inklusive der Adventure-Modelle fanden 71137 Exemplare der R 1150 GS zufriedene Käufer.

Die bekanntesten Adventure-Piloten sollten die Briten Ewan McGregor und Charley Boorman werden. Sie reisten ohne Eskorte um die Welt und produzierten darüber für die BBC die Fernsehserie „Long Way Round“, die in vielen Ländern des Erdballs erfolgreich ausgestrahlt wurde. Das führte dazu, dass Fernreisen mit GS-Motorrädern immer beliebter wurden, da die Motorräder sich gut bewährten und so vielen europäischen  Fernsehzuschauern die Steherqualitäten der GS unterhaltsam präsentiert wurden. Speziell in der englischsprachigen Welt wurden daraufhin die GS-Modelle populärer denn je.

Fernreisende sahen sich mit der Adventure ausstattungsmäßig oft am Ziel ihrer Wünsche, aber genau diese Wünsche hatten auch das Gewicht ansteigen lassen und den Schwerpunkt nach oben verschoben, so dass die nächste Vierventil-Generation auf Diät gesetzt werden musste.

Teil 6 erscheint am 5.8.2010: die F 650 GS und F 650 Dakar

Quelle: BMW




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