Das EU-Verkehrssicherheitsziel wurde nur von vier Ländern erreicht

23.06.2010 | Beitrag von Redaktion   

Wie das Kuratorium für Verkehrssicherheit meldet, konnte das im Jahr 2010 vereinbarte Ziel, die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr bis 2010 zu halbieren,  im EU-Durchschnitt nicht erreicht werden. Österreich liegt unter dem EU27-Schnitt.

Insgesamt 34.900 Menschen verloren im Jahr 2009 ihr Leben auf Europas Straßen. Im Jahr 2001 waren es noch 54.400, die EU-weit bei Verkehrsunfällen getötet wurden. Dennoch liegt die Zahl der Getöteten deutlich über dem im Jahr 2001 festgelegten EU-Verkehrssicherheitsziel, wie heute vom European Transport Safety Council (ETSC) veröffentlicht wurde: Im Zeitraum 2001 bis 2010 sollte die Zahl der Getöteten EU-weit halbiert werden. Betrachtet man die Unfallzahlen für 2009, so zeigt sich, dass dieses Ziel nicht mehr erreicht wird: Innerhalb der EU27 ist die Zahl der Getöteten in den vergangenen neun Jahren um 36 Prozent zurückgegangen, innerhalb der EU15, also jenen Staaten, die ursprünglich an der Setzung des Verkehrssicherheitsziels beteiligt waren, beträgt der Rückgang immerhin 42 Prozent. „Es ist erfreulich, dass die Zahl der Getöteten kontinuierlich sinkt. Allerdings könnte der Rückgang deutlich höher sein, wie auch in den EU-Zielen festgelegt war. Das zeigt, dass wir zwar am richtigen Weg sind, aber dennoch weiterhin starkes Engagement für die Verkehrssicherheit notwendig ist“, sagt Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

Verkehrssicherheitsziel nur in Lettland, Spanien, Portugal und Estland erreicht

Nur vier Mitgliedsstaaten konnten von 2001 bis 2009 eine Halbierung der Unfalltoten erreichen: In Lettland ging die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr um 54 Prozent zurück, in Spanien um 52 Prozent und in Portugal und Estland jeweils um 50 Prozent. Diese vier Länder werden auch voraussichtlich die einzigen bleiben, die das Verkehrssicherheitsziel umsetzen können. Die geringste Reduktion an Getöteten im Verkehrsbereich ist in Griechenland (-23%), Polen (-17%) und Bulgarien (-11%) zu verzeichnen. In Rumänien gab es sogar einen Anstieg bei der Zahl der Getöteten um 14 Prozent. Österreich liegt mit einem Rückgang um 34 Prozent knapp unter dem EU27-Schnitt von 36 Prozent.

Niedrigste Zahl an Getöteten je 1 Mio. Einwohner in Schweden

Umgelegt auf Getötete je 1 Mio. Einwohner sind innerhalb der EU Schweden (39 Getötete je 1 Mio. Einwohner), das Vereinigte Königreich (42 Getötete je 1 Mio. Einwohner) und die Niederlande (44 Getötete je 1 Mio. Einwohner) die sichersten Länder. Schlusslicht bilden Polen (120 Getötete je 1 Mio. Einwohner), Griechenland (129 Getötete je 1 Mio. Einwohner) und Rumänien (130 Getötete je 1 Mio. Einwohner).

Österreich liegt mit 76 Getöteten im Straßenverkehr je 1 Mio. Einwohner deutlich über dem EU27-Schnitt von 70 Getöteten je 1 Mio. Einwohner. Zum Vergleich: In der Schweiz starben 2009 45 Menschen je 1 Mio. Einwohner im Straßenverkehr. „Österreich liegt leider nur im europäischen Mittelfeld, das bedeutet, dass eine weitere Reduktion der Zahl der Getöteten im Straßenverkehr angestrebt werden muss. Nach wie vor sind Unfälle durch nicht angepasste oder zu hohe Geschwindigkeiten sowie Alkohol am Steuer und Unfälle durch Nichtanlegen des Gurtes die häufigsten Ursachen für den tödlichen Ausgang von Verkehrsunfällen“, betont Thann.

Maßnahmen, die in Österreich in den vergangenen neun Jahren zu einer Reduktion der Verkehrstoten beigetragen haben, sind vor allem die Mehrphasen-Ausbildung, die Einführung der Alkohol-Vortestgeräte, das Vormerksystem und auch die Geschwindigkeitsüberwachung mittels Section Control auf Autobahnen. Auch bewusstseinsbildende Kampagnen zur Kindersicherung und Gurtanlegepflicht sowie zum Thema Alkohol am Steuer können als maßgeblich für die Senkung tödlicher Verkehrsunfälle gesehen werden.

„Wir dürfen die Hände aber nicht in den Schoß legen, sondern müssen bei Problembereichen wie Fußgängerunfällen auf Schutzwegen oder auch Motorradunfällen ansetzen“, schließt Thann




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