Vorschau: Superbike WM in Monza am 9. Mai

07.05.2010 | Beitrag von Redaktion   

Highspeed-Weekend in der Superbike WM: die fünfte Runde der Saison 2010 findet am kommenden Wochenende in Monza statt. Erstmals war die Superbike WM im Jahr 1990 hier zu Gast, seither wurden 36 WM-Läufe in 18 Jahren ausgetragen.

Die Strecke wurde gegenüber dem letzten Jahr an einem Punkt geändert: die Schikane nach Start/Ziel wurde entschärft. Gerade an dieser Stelle kam es in den ersten Runden immer wieder zu gefährlichen Situationen, als sich das noch geschlossene Feld durch den Flaschenhals zwängte. Die Schikane wird nun schneller und flüssiger durchfahren, was auch für schnellere Rundenzeiten sorgen wird. Die Streckenlänge verkürzte sich mit diesem Umbau um 16 Meter auf 5,777 Kilometer.

Mit Monza beginnt das zweite Drittel der WM, die in diesem Jahr schon weitaus abwechslungsreicher war, als in der vergangenen Saison 2009: 5 verschiedene Sieger in 10 Läufen (Haslam 2x, Biaggi 2x, Rea 2x, Checa und Haga) und vier verschiedene Marken (Suzuki, Aprilia, Honda und Ducati) lassen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Prognose über den WM-Titel zu.

Wie sieht es mit jenen Teams aus, die sich noch nicht in die Siegerlisten eintragen konnten?

BMW mit Troy Corser zeigte von Rennen zu Rennen Fortschritte. Zu Beginn der Saison war der im Laufe des Rennens nachlassende Grip noch ein Problem, das scheint man zuletzt in den Griff bekommen zu haben. Troy Corser war in allen Läufen einer der Schnellsten beim Start, fiel danach aber immer weiter zurück. Bei den Rennen in Assen vor zwei Wochen war der Australier dann aber bis zum Ende in der Spitzengruppe dabei und damit knapp an einem Podestplatz dran. Für BMW und Corser ist ein Top 3-Rang nur noch eine Frage der Zeit. Weniger gut läuft es für Ruben Xaus, der als beste Platzierung bis jetzt zwei 10. Plätze vorweisen kann.

Das Geschehen um das BMW-Reitwagen Team ist weiterhin völlig unklar. Es fehlt noch die offizielle Bestätigung über die Auflösung des Teams, aber nach der Absage für Assen ist das finanzielle Aus nur noch eine Frage der Zeit. Das mit viel Lärm gestartete Team wird wohl sang- und klanglos verschwinden, dem Vernehmen nach gibt weder Maschinen noch Mannschaft. Ingesamt eine sehr undurchsichtige Geschichte, auf deren Aufklärung wir schon sehr gespannt sind.

Im Vorjahr hatte Yamaha vor Monza schon 4 Siege (alle durch Ben Spies) in der Tasche, heuer noch keinen einzigen. Im Training hatten James Toseland und Cal Crutchlow bisher sichtbar Probleme Topzeiten zu fahren, aber immerhin schloß Toseland bei den Rennen in Assen bereits zur Spitze auf. Für einen Sieg reichte es noch nicht, doch mit den Plätzen 2 und 3 nach toller Aufholjagd vom 10. Startplatz aus zeigte der Brite einiges von seinem Können, das ihm bereits 2 Superbike-WM Titel eingebracht hat. Cal Crutchlow holte schon eine Poleposition (in Valencia), fiel in den Rennen dann aber meistens weit zurück.

Chris Vermeulen holte in Assen seine ersten Punkte für Kawasaki. Der Australier ist aber nach seinem Sturz auf Phillip Island noch immer nicht 100%ig fit und die Hoffnung des Teams auf bessere Ergebnisse damit auch weiterhin starkt gedämpft. Tom Sykes rangierte zwar meistens unten den Top 15 und holte regelmäßig Punkte, doch auch er kann auf einer unterlegenen Maschine nicht mehr heraus holen.

Das  große Fragezeichen unter den Teams ist das Ducati Werksteam. Mit einem Laufsieg in Valencia durch Noriyuki Haga schien sich das Blatt zu wenden, doch Assen war wieder eine einzige Katastophe. Schwache Leistungen in der Qualifikation, technische Probleme, ein Motorrad, das augenscheinlich schlechter ist als die Ducatis der Kundenteams. Es gibt kaum gute Nachrichten für Haga und Fabrizio, vor allem deshalb nicht, weil in Monza der Topspeed wichtiger ist als auf vielen anderen Strecken und weil bisher vor allem Topspeed eines der wesentlichen Probleme der Ducatis war.

Erstmals am Start ist das Yoshimura Suzuki Team. Anstatt wie vorgesehen Yukio Kagayama wird dessen Landsmann Daisaku Sakai für das Team fahren. Kagayama erlitt in der britischen Superbike-Meisterschaft am vergangenen Wochenende eine Rückenverletzung und wird auch bei den weiteren zwei geplanten Superbike-Starts von Yoshimura Suzuki nicht dabei sein.




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