Über viele Grenzen in Europa kommt man zwar ohne Paßkontrolle aber kaum über eine ohne eine neue Maut oder Gebühr zahlen zu müssen. Da kann gleich einiges zusammen kommen und in Kombination mit den steigenden Spritpreisen sollte man sein Urlaubsbudget entsprechend größzügig dotieren.
Nach einer Berechnung des ÖAMTC sind z.B. ab der österreichisch/italienischen Grenze Thörl-Maglern für eine Fahrt nach Rimini noch zusätzlich rund 33 Euro pro Richtung an Streckenmaut an. Noch teurer kommt Reisende eine Autofahrt in das kroatische Split: Hier beträgt die kroatische Maut rund 28 Euro pro Strecke. Zusätzlich muss die slowenische Vignette (Wochenvignette: 15 Euro, Monatsvignette: 30 Euro) gekauft werden.
Vignettenpflicht:
Die gilt nicht nur in Österreich. Auch in der Schweiz, in Bulgarien sowie in Slowenien muss für die Benützung der Autobahn eine Vignette auf dem Kfz kleben. In Tschechien, der Slowakei und Rumänien ist die Vignette ebenfalls vorgeschrieben, nicht aber für Motorräder. In Ungarn gibt es eine elektronische Vignette. Der Lenker erhält nach Bezahlung und Angabe seines Fahrzeugkennzeichens einen Beleg, den er unbedingt aufbewahren sollte. Beim Kauf der E-Vignette empfiehlt es sich, vor der Bestätigung die Richtigkeit der Daten (Kfz-Kennzeichen) nochmals zu kontrollieren.
Streckenbezogene Maut:
In vielen europäischen Ländern erfolgt die Berechnung der Gebühr je nach Streckenlänge. Bezahlt wird an Mautstellen, so z.B. in Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Griechenland, Türkei, Polen und Norwegen. Oft kann es von Vorteil sein, die Mautgebühr in bar und genau abgezählt dabei zu haben. In Italien werden neben der Barzahlung auch gängige Kreditkarten und teils die Maestro-Karte akzeptiert. In Frankreich hingegen muss man an einigen Mautstationen die Gebühr bar in einen Trichter werfen. Wechselgeld bekommt man nicht retour.
Sondermauten und Straßenbenützungsgebühren:
In einigen Ländern fallen Sondermauten zusätzlich zur Vignettenpflicht oder zur streckenbezogenen Maut an. Häufig zahlt man für die Benützung von Brückenüberquerungen, Passstraßen und Tunneldurchfahrten. In London und Mailand fällt die sogenannte City-Maut an. Auch in den norwegischen Städten Oslo, Bergen, Tønsberg, Kristiansand, Namsos und Stavanger ist die Einfahrt in die Zentren gebührenpflichtig. Bei der Einreise nach Montenegro muss an der Grenze eine sogenannte Öko-Steuer von derzeit zehn Euro bezahlt werden.
Mittlerweile gibt es in 41 deutschen Städten Umweltzonen. Zum Beispiel in Berlin, Frankfurt am Main, Köln, München oder Stuttgart. Umweltzonen dürfen nur noch mit Autos befahren werden, bei denen eine Plakette signalisiert, dass ein bestimmter Ausstoß an Schad- und Feinstoffen nicht überschritten wird. Die kostenpflichtige deutsche Umweltplakette ist an ausgewählten ÖAMTC-Dienststellen erhältlich. Mehr Informationen zu den Verkaufsstellen und weitere Details zu den Umweltzonen findet man unter www.oeamtc.at/umweltzonen.
Tunnel:
Kostenpflichtige Abschnitte zwischen Italien und Frankreich sind der Mont-Blanc-Tunnel sowie der beinahe 13 Kilometer lange Fréjus-Tunnel, der Savoyen in Frankreich und das Piemont in Italien miteinander verbindet. Gebühren müssen ebenfalls entrichtet werden, wenn man durch den Großen St. Bernhard-Tunnel von der Schweiz nach Italien fährt. In Griechenland wird das auf dem Festland gelegene Rion mit dem auf dem Peloponnes gelegenen Antirio durch eine acht Kilometer lange Brücke verbunden.
In Dänemark ermöglicht die Storebælt-Brücke einen durchgehenden Autoverkehr zwischen dem kontinentalen Landesteil und der Hauptstadt Kopenhagen. Beide Brücken sind kostenpflichtig. Von Dänemark nach Schweden gelangt man über die Öresund-Verbindung ebenfalls gegen Entrichtung entsprechender Gebühren.
Übersicht

Quelle, Grafik: ÖAMTC
am 02.04.2010 um 12:08 Uhr
Man sollte auch bei Reisen, außerhalb der Grenzen Österreichs und innerhalb der EU, immer den Pass dabei haben. Keine Passkontrolle bedeutet nicht, dass es gar keine Passkontrolle geben kann. Der Führerschein ist kein Lichtbildausweis, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Ein Personalausweis würde auch gelten innerhalb der EU.