Loris Capirossi

zuletzt aktualisiert: 08.11.2010

Geboren nur wenige Autostunden vom Ducati-Werk entfernt,  saß er  im Alter von 5 Jahren  erstmals auf dem Dirt-Bike eines Freundes, Aber es waren die Straßenrennen, die Loris wirklich interessierten. Mit  14, errang er auf einer Honda NS125 den sechsten Platz in der italienischen Production Meisterschaft. Ein Jahr später wurde er in der italienischen 125er-Meisterschaft neunter an Bord einer Mancini. Im Jahr 1989 zeigte er an Bord einer Honda in der 125er-Euro-Serie mit dem vierten Gesamtrang auf, gewann vier Läufe, und empfahl sich für die GP-Serien.

Im Alter von nur 16 gab er zu  Beginn der Saison 1990 sein Debüt als GP-Fahrer, als  Nummer zwei neben Ex-Weltmeister Fausto Gresini. Loris holte seinen ersten Podestplatz in Misano im Mai, seinen ersten Sieg in Donington Park im August und sicherte sich den Titel mit einem hart erkämpften dritten Sieg beim australischen Saisonfinale. Als Titelverteidiger gewann er 1991 fünf weitere Rennen und seinen zweiten WM-Titel.
In der Saison  

1992 wechselte trat Capirossi zu den 250ern. Auf einer unterlegenen  Honda RS250 doch schon im dritten GP des Jahres stand er erneut auf dem Podium.

Für 1993 bekam er eine NSR250 Werks – Honda und  gewann seinen ersten 250 GP in Assen und holte noch zwei weitere Siege. Als WM-Führender ging er ins Saisonfinale, verlor den Titel aber durch eine falsche Reifenwahl.

Die Saison 1994 begann er mit 250er-Siegen in Österreich, Deutschland, Frankreich und Großbritannien, aber gegen die Aprilia von Max Biaggi hatte der am Ende keine Chance und belegte  dritten Gesamtrang.

Experten hielten Capirossis Entscheidung, im Jahr 1995 in die Königsklasse zu wechseln, für verfrüht, aber er konnte mithalten und erreichte 4 Startplätze in der ersten Reihe und einen dritten Platz im Rennen von Catalunya.

1996 wechselte er zum  Marlboro Yamaha Team Rainey. Es wurde ein Jahr mit Höhen und Tiefen und brachte ihm seinen ersten 500 GP-Sieg in Eastern Creek, Australien. Langfristig profitierte er aber  enorm vom Wissen seines Teamchefs Wayne Rainey, dem 3-fachen 500ccm-Champion.

Für das Jahr 1997 akzeptierte Capirossi ein Angebot von Aprilia, um zum 250-Klasse zurück zu kehren. Die erste Saison mit dem italienischen Hersteller brachte keine Siege, aber genug Erfahrung um im Jahr 2008 endlich den WM-Titel zu holen. Im Jahr 1999 kehrte er zu Honda zurück und landete auf dem dritten Gesamtrang.

Capirossi wechselte die Klasse erneut im Jahr 2000 mit der Rückkehr in die Königsklasse zum Honda Sito Pons-Team. Er gewann den GP von Italien und stand dreimal auf dem Podium. Er holte seine erste Pole-Position bei den 500ern beim niederländischen GP, stürzte dann beim Warmup und brach sich die linke Hand. Mit Hilfe von Schmerzmitteln ging er an den Start und schaffte einen bemerkenswerten dritten Platz.

2001 brachte konstante Leistungen, mit Podiumsplätzen in neun Rennen, obwohl er sich mit einer Vorjahresmaschine zufrieden geben musste. Im Jahr 2002 fuhr er auf einer alten 500ccm Maschine gegen die neue Generation der 990er Viertakter.

2003 wechselte Capirossi zum Ducati-Team, das nach 3 Jahrzehnten wieder in der Königsklasse mitfuhr. Im Juni schlug er Champion Valentino Rossi nach einem äußerst spannenden Rennen in Catalunya und verschaffte Ducati so den ersten GP-Sieg, nachdem er zuvor bereits die erste Pole Position in Jerez geholt hatte. Er erzielte insgesamt fünf Podestplätze und drei Pole-Positions und belegte Rang 4 in der WM.

Die Saison 2004 erwies sich als schwierig, die Entwicklung der Ducati stand im Vordergrund. Nach Verbesserungen holte er im Jahr 2005 Podiumsplätze in Italien und in der Tschechischen Republik, gewann in Japan und Malaysia und stand dreimal auf Pole.

Die Saison 2006 war für  Loris und Ducati die vierte in der MotoGP und wurde für beide das bisher beste Jahr. Ein Sieg im ersten Rennen des Jahres in Jerez war nur der erste von acht Podestplätzen, darunter  auch zwei weitere Siege über Valentino Rossi in Brünn und Motegi. Beim Startunfall in Barcelona wurde er verletzt und hatte vier Rennen lang mit den schmerzhaften Folgen zu kämpfen – der Traum vom WM-Titel war vorbei. Am Ende der  Saison landete er auf dem dritten Gesamtrang.

Der neue 800er MotoGP-Ära begann im Jahr 2007 und Capirossi bekam mit Casey Stoner einen neuen Teamkollegen der ihn von Beginn an in den Schatten stellte. Während der Australier den ersten WM-Titel für Ducati holte, kam Loris mit der neuen Maschine nicht richtig zurecht. Er holte zwar einen Sieg in Motegi, wurde aber nach der Saison durch Marco Melandri ersetzt.

Das Angebot, weiterhin für Ducati, allerdings im d’Antin – Satellitenteam, zu fahren lehnte er ab und wechselte in der Saison 2008 zum Suzuki-Werksteam. Auf einer unterlegenen Maschine zeigte er zwar konstant starke Leistungen, aber Plätze auf dem Podest blieben vorerst unerreichbar. Nach einer erneuten Verletzung an der Hand musste er in Großbritannien pausieren, ebenso in Assen, wo er sich bei seiner Rückkehr gleich wieder verletzte. Ein dritter Platz und Brünn und der in Misano aufgestellte neue Rekord von 277 GP-Teilnahmen blieben die magere Ausbeute des Jahres.

2009 startete Loris erneut für Suzuki, blieb allerdings erneut ohne Sieg und diesmal auch ohne Platz auf dem Podium. 2010 War aus der Sicht des Routiniers eine einzige Katastrophe: eine unterlegene Maschine und vielen Stürze, die zu Zwangspausen führten. Im Oktober wurde dann der lange erwartete Wechsel von Capirossi zum Pramac Team offiziell, wo er ab der kommenden Saison wieder eine Ducati pilotieren wird.

Karriere-Highlights

Erster  GP-Sieg: Großbritannien, 1990 (125)
Erster GP: Japan, 1990 (125)
Erste Pole: Australien, 1991 (125)
erster WM Titel: 1990 (125)

Die Statistik


RennklasseMarkeStartsPoleSiegePodiumSchnellste
Runde
WM-Rang
Gesamt



31541299932


2010MotoGPSuzuki1616.
2009MotoGPSuzuki179.
2008MotoGPSuzuki16110.
2007MotoGPDucati18147.
2006MotoGPDucati1723853.
2005MotoGPDucati1532416.
2004MotoGPDucati16119.
2003MotoGPDucati1631614.
2002MotoGPHonda1428.
2001500ccHonda164913.
2000500ccHonda1611417.
1999250ccHonda1523933.
1998250ccAprilia1482931.
1997250ccAprilia141326.
1996250ccYamaha151210.
1995250ccHonda1216.
1994250ccHonda1454953.
1993250ccHonda1473752.
1992250ccHonda1312.
1991125ccHonda13551241.
1990125ccHonda14381.

Laufbahn:

2011: MotoGP (Pramac Ducati)
2010: MotoGP (Rizla Suzuki)
2009: MotoGP (Suzuki)
2009: 9. Platz MotoGP (Suzuki)
2008: 10. Platz MotoGP (Suzuki)
2007: 7. Platz MotoGP (Ducati)
2006: 3. Platz MotoGP (Ducati)
2005: 6. Platz MotoGP (Ducati)
2004: 9. Platz MotoGP (Ducati)
2003: 4. Platz MotoGP (Ducati)
2002: 8. Platz MotoGP (Honda)
2001: 3. Platz 500we WM (Honda)
2000: 7. Platz 500er WM (Honda)
1999: 3. Platz 250er WM (Honda)
1998: 250er Weltmeister (Aprilia)
1997: 6. Platz 250er WM (Aprilia)
1996: 10. Platz 500er WM (Yamaha)
1995: 6. Platz 500er WM (Honda)
1994: 3. Platz 250er WM (Honda)
1993: 2. Platz 250er WM (Honda)
1992: 12. Platz 250er WM (Honda)
1991: 125er Weltmeister (Honda)
1990: 125er Weltmeister (Honda)
1989: 4. Platz 125er EM (Honda)
1988: 9. Platz 125er EM (Mancini)





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