Wie es aussieht, wird die Rallye Dakar im Jahr 2011 zum dritten Mal in Folge in Argentinien und Chile ausgetragen. Pläne zu einer Rückkehr nach Afrika wurden von der ASO nach den aktuellen diplomatischen Problemen mit Libyen verworfen.
Die offizielle Bestätigung der Veranstalter steht zwar noch aus – also kann sich noch immer etwas ändern – aber nach neuesten Informationen wird es auch im kommenden Jahr wieder über die Anden gehen. Die Rallye Dakar schreibt damit das nächste Kapitel in der zuletzt sehr wechselhaften Geschichte.
- im Jahr 2008 wurde die Rallye abgesagt, nachdem es für Mauretanien sehr konkrete Terrorwarnungen gab.
- ein neuer Austragungsort wurde mit Sudamerika gefunden: 2009 und 2010 ging es durch Argentininen und Chile mit Start und Ziel in Buenos Aires.
- Nach dem Ende der Rallye 2010 wurden immer mehr Stimmen laut, wieder nach Afrika zurück zu kehren. Die alte Strecke wurde in der Zwischenzeit vom Africa Race übernommen, es gab aber Ideen zu einer Streckenführung in Tunesien, Libyen und Ägypten.
- Das Erdbeben in Chile vor wenigen Wochen machte eine erneute Austragung in Südamerika noch unwahrscheinlicher, da der Andenstaat alle finanziellen Mittel in den Wiederaufbau stecken muss und das Budget fehlt um den Betrag von 7 Mio USD , der von jedem der beiden Austragungsländer an die ASO zu zahlen ist, aufzubringen.
- Und schlußendlich legte sich Libyen kürzlich mit der gesamten EU an und verhängte ein Einreiseverbot für die Bürger den Schengen-Raumes.
Neuesten Berichten zufolge hat man sich aber nun doch geeinigt: Chile bekommt einen “Rabatt” von 2 Mio USD, zahlt nur mehr 5 Mio und die Dakar wird im kommenden Jahr erneut über die Anden geführt.
Immer öfter hört und liest man aber nun, daß die Rallye Dakar in der derzeitigen Form weniger ein sportliches Ereignis als vielmehr eine Geldbeschaffungsmaschine für die ASO ist. Der Veranstalter kassiert von den Ländern, den TeilnehmerInnen, über Werbung und Sponsoring. Abgesehen vom Volkswagen-Konzern, der die Rallye Dakar als wirksamen Werbeträger für Südamerika sieht, wollen vor allem immer mehr europäische Teilnehmer den mit einer Teilnahme verbundenen Aufwand nicht mehr tragen.
Das bringt erneut die Veranstaltung “Africa Race” ins Spiel, die nun schon zwei Jahre hintereinander auf der für die Rallye Dakar angeblich so gefährlichen Strecke durch Mauretanien ohne jegliche Probleme fahren konnte. Es gibt also eine funktionierende Alternative, die allerdings bei weitem nicht so medienwirksam ist wie die Dakar. Andererseits steigt die Präsenz in den Medien natürlich mit der Qualität des Teilnehmerfeldes, womit es die Teams selbst in der Hand haben, sich aus der Dominanz der Rallye Dakar zu lösen.
Update 23.3.2010
Nun ist auch die offizielle Bestätigung da: die Rallye Dakar findet von 1. bis 16. Jänner 2011 in Argentinien und Chile statt
Rallye Dakar 2011 erneut in Südamerika