Stoner, Casey

02.03.2010 | Beitrag von Redaktion   

geboren am 16.10.1985 in Southport (Queensland), Australien

Schon als Kleinkind zeigte Casey Stoner Leidenschaft und Talent für das Motorrad fahren, das war außergewöhnlich, selbst nach den Maßstäben seiner bike-verrückten Familie. Im Alter von drei Jahren saß er schon zum ersten Mal auf einer Maschine.

Mit vier Jahren gewann Casey sein erstes  Rennen in der Kategorie unter 9 Jahren auf einem Dirt-Bike auf der Rennstrecke an der Gold Coast. Bis zum Alter von sechs Jahren hatte er seinen ersten Australien-Titel gewonnen. Viele Stunden Fahren, Reisen und Arbeit an der Maschine folgten  Im Alter zwischen 6 und 14 reiste Casey kreuz und quer durch Australien, begleitet von Vater Colin, Mutter Bronwyn und Schwester Kelly. In dieser Zeit gewann Casey 41 australische Dirtbike und Long-Track-Titel und über 70 Staatstitel, er fuhr bis zu 5 Bikes in unterschiedlichen Kategorien pro Veranstaltung .

Als er zwölf Jahre alt war fuhr Casey fuhr an einem Wochenende bei der australischen Long Track Meisterschaft  auf der NSW Central Coast in 5 verschiedenen Kategorien mit sieben Runden pro Klasse insgesamt 35 Rennen! Er gewann 32 dieser 35 Rennen und nahm fünf von fünf australischen Titeln mit nach Hause.

Kurz nach seinem 14. Geburtstag beschlossen Casey und seine Eltern nach Übersee zu gehen  und zogen nach England um seine Rennfahrer-Karriere zu starten. Casey durfte in Australien nicht an Straßenrennen teilnehmen bevor er 16 war, wollte sich aber schon dieser neuen Herausforderung stellen. So fiel die Entscheidung, nach England zu ziehen, wo Casey bereits Straßenrennen fahren durfte Rennen. Ein sehr großes Risiko, aber es hat sich gelohnt.

Casey hatte das Glück, und war talentiert genug, um nach nur einem Rennen in England sofort einen Sponsor zu gewinnen. Im Jahr 200 absolvierte er das erste Rennsport Jahr mit der Teilnahme an der britischen 125er Aprilia Meisterschaft .

In diesem Jahr fuhr er auch zwei Rennen der spanischen 125er-Meisterschaft und fiel dort sofort Alberto Puig auf. Alberto von Casey’s Können und Geschick so beeindruckt, dass er ihn einlud, im darauf folgenden Jahr für das  Telefonica Movistar Team in der spanischen 125er-Meisterschaft zu fahren.

Im Jahr 2001 fuhr Casey sowohl in der britischen als auch in der spanischen Meisterschaft. Obwohl er in Engleid wegen Terminüberschneidungen mit Spanien bei einigen Rennen fehlte, schaffte er es in beiden Meisterschaften den 2. Platz zu erringen. Im selben Jahr erhielt er Wildcards in der MotoGP 125cc-Serie, für England und Australien. Er errang einen 18. und einen  12. Platz und erhielt darauf das Angebot, in der folgenden Saison für das Safilo Oxydo LCR-Team in der 250er-Klasse zu starten

Gerade erst zu den 250ern gekommen zeigte Casey im Alter von 16 Jahren seine Fähigkeiten und erreichte  einen 5. Platz in Brünn sowie mehrere 6.Plätze.

Im Jahr 2003 fuhr er für Lucio und Safilo Oxydo LCR in der 125er-GP-Serie und errang  vier Podestplätze und gewann sein erstes Rennen beim Saisonfinale in Valencia.Sein erster Sieg in einem GP-Rennen war ein großer Wendepunkt für Casey und seine Karriere.

Im Jahr 2004, mit 18 Jahren, fuhr Casey für eine Saison auf KTM. In diesem Jahr kam  er sechs Mal aufs Podium und verschaffte KTM den allerersten Sieg in einer GP-Klasse.

Im Jahr 2005 wechselte er ins  Team von Lucio Cecchinello, diesmal auf einer offiziellen 250er-Aprilia. Er kämpfte mit Dani Pedrosa um die Meisterschaft, stand 10 Mal auf dem Podium und gewann in Portugal, Shanghai, Katar, Sepang und Istanbul.

Schließlich, im Jahr 2006 im Alter von zwanzig Jahren, erreichte Casey seinen lange gehegten Traum vom Rennen in der MotoGP. Er holte auf Honda die Pole Position in seinem zweiten MotoGP-Rennen in Katar und kämpfte bis zur letzten Kurve im GP der Türkei um den Sieg, geschlagen nur um wenige Sekunden vom Sieger Marco Melandri. Einige Fehler in der zweiten Saisonhälfte führten dazu, dass er nur auf dem 8. Rang in der Endwertung landete.

Im Jahr 2007 kam Casey Stoner zum Ducati Marlboro Team neben Loris Capirossi. Schon im  Winter bestimmte er das Tempo und gewöhnte sich schnell an die Desmosedici GP7 und die Bridgestone-Reifen.

Am 10. März 2007, auf dem  Losail International Circuit in Katar, gewann Stoner den ersten Grand Prix der Saison, den ersten 800er-Grand-Prix und hatte seinen ersten Sieg in der MotoGP-Klasse in der Tasche. Danach holte der junge Australier weitere neun Siege, vier weitere Podiumsplätze und erzielte fünf Pole Positions.

Am 23. September sicherte Stoner in Japan die  erste MotoGP-WM für Ducati, als erster Fahrer in mehr als 30 Jahren holte er den Titel für eine  europäische Marke und wurde der zweit-jüngste Weltmeister in der Königsklasse, nach der amerikanischen Legende Freddie Spencer, der seinen Titel im Jahr 1983 gewann und zu diesen Zeitpunkt  84 Tage jünger war als der 21-jährige Stoner.

Im folgenden Jahr 2008 wollte Stoner seinen Titel verteidigen und startete auch gleich mit einem Sieg im Nachtrennen von Katar. Danach häuften sich aber die Probleme, vor allem in den Qualifyings. Aufwärts ging es, nach einigen Verbesserungen bei der Ducati GP8, wieder ab dem  Catalunya GP, dann folgten drei Siege hintereinander in Großbritannien, den Niederlanden und in Deutschland, Danach aber, nach dem hart erkämpften Podiumsplatz in Laguna Seca, machten zwei Stürze  in Brünn und Misano, und eine wieder akut werdende alte Fraktur an seinem linken Handgelenk die Verteidigung des Titels unmöglich.

Verbesserung gegen Ende der Saison mit zwei Podestplätzen und zwei weiteren Siegen in Australien und in Valencia bedeuteten, dass Stoner das Jahr als VizeWeltmeister beendete.

Das Jahr 2009 startete  Stoner zwar wiederum mit einem Sieg in Katar, doch gegen Mitte der Saison wurde er durch eine rätselhafte Erkrankung mehr und mehr behindert, die ihn schließlich  zwang für drei Rennen in der Mitte der Saison zu pausieren: er fehlte in  Brünn, Misano und Indianapolis.

Bei seinem Comeback in Estoril schafft er gleich wieder den zweiten Platz  und gewann die beiden darauf folgenden Rennen auf Phillip Island und in Sepang. Obwohl es insgesamt nur für den 4. WM-Rang reichte, bewies der Australier, dass er Valentino Rossi jederzeit schlagen konnte.

Die Saison 2010 beginnt wenig erfreulich. Mit Stürzen und schwachen Rennen bringt sich Casey immer wieder selbst um gute Platzierungen. Erst nach dem ersten Drittel beginnt es für ihn besser zu laufen, doch an Jorge Lorenzo, Valentino Rossi und Dani Pedrosa kommt er nicht heran. Nach hartnäckigen Gerüchten, die schon seit Jahresanfang die Runde machen, wird im Juli der Wechsel von Stoner zu Honda offiziell verkündet, er soll dort ab 2011  gemeinsam mit Pedrosa und Andrea Dovizioso das Werksteam bilden.


Website:

www.caseystoner.com.au

Karrierehighlights:

Erster GP Sieg: Valencia, 2003 (125)
Erster GP: Großbritannien, 2001 (125)
Erste Pole: Italien , 2003 (125)
Erster WM Titel:  MotoGP 2007

Die Statistik

Rennklasse Marke Starts Pole Siege Podium Schnellste
Runde
WM-Rang
Gesamt 126 22 27 53 21
2009 MotoGP Ducati 13 3 4 8 2 4.
2008 MotoGP Ducati 18 9 6 11 9 2.
2007 MotoGP Ducati 18 5 10 14 6 1.
2006 MotoGP Honda 16 1 5 10 1 8.
2005 250cc Aprilia 16 2 1 6 1 2.
2004 125cc KTM 14 1 1 4 2 5.
2003 125cc Aprilia 14 1 8.
2002 250cc Aprilia 15 12.
2001 125cc Honda 2 29.

Laufbahn

2010: MotoGP  (Ducati)
2009: 4.Platz   MotoGP  (Ducati)
2008: 2. Platz MotoGP  (Ducati )
2007: MotoGP Weltmeister  (Ducati)
2006: 8. Platz  MotoGP (Honda)
2005: 2. Platz 250er  WM (Aprilia)
2004: 5. Platz 125er WM (KTM)
2003: 8. Platz 125er WM (Aprilia)
2002: 12. Platz  250er WM (Aprilia)
2001: 2 Platz 125er  British Championship (Honda), 2 Platz 125 Spanish Championship (Honda)
2000: 125 Aprilia Challenge UK Champion (Aprilia)
1989-1999 Gewinner von  41 australischen Dirt Track und Long Track Titeln





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