Wenn das Anliegen der Veranstalter war, mit der neuen Motorenregelung die Vorherrschaft von KTM zu brechen, dann hat das nur zum Teil funktioniert. Am Ende standen erneut zwei KTM-Piloten an der Spitze und 6 der Top 10 (2009 war es 8 von 10) vertrauten auf Motorräder aus Mattighofen.
Auf den einzelnen Etappen allerdings brachte die Dakar 2010 gegenüber der Ausgabe 2009 doch weitaus mehr Mitsprache der anderen Hersteller. 2009 waren alle Etappensieger auf KTM unterwegs, 2010 ist die Liste etwas abwechslungsreicher:
Die Etappensieger
Etappe 1: David Casteu (FRA/SHERCO)
Etappe 2: David Fretigne (FRA/Yamaha)
Etappe 3: Cyril Despres (FRA/KTM)
Etappe 4: Marc Coma (ESP/KTM)
Etappe 5: Francisco Lopez Contardo (CHI/Aprilia)
Etappe 6: Marc Coma (ESP/KTM)
Etappe 7: Cyril Despres (FRA/KTM)
Etappe 8: Francisco Lopez Contardo (CHI/Aprilia)
Etappe 9: Cyril Despres (FRA/KTM)
Etappe 10: Marc Coma (ESP/KTM)
Etappe 11: Marc Coma (ESP/KTM)
Etappe 12: Francisco Lopez Contardo (CHI/Aprilia)
Etappe 13: Pal-Anders Ullevalseter (NOR/KTM)
Etappe 14: Ruben Faria (POR/KTM)
Der Österreicher:
Matin Freinadametz feierte ein erfolgreiches Rallye-Dakar-Debut: der Veranstalter der Red Bull Romaniacs kämpfte sich über die gesamte Distanz und erreichte im Ziel in Buenos Aires den 39. Gesamtrang.
Luca Manca:
Der Sturz von Luca Manca auf der sechsten Etappe endete beinahe in einer Katastrophe. In der Zwischenzeit ist der Italiener aber schon auf dem Weg der Besserung. Am Donnerstag vergangener Woche wurde er endgültig aus dem künstlichen Koma geholt.
Die Highlights
- Marc Coma verspielte einen möglichen Sieg durch Zeitstrafen im Ausmaß von 6h 22m (Tempoüberschreitung und unterlaubte Reparatur)
- Pal-Ander Ullevalseter schaffte bei der achten Teilnahme endlich seinen ersten Etappensieg
- David Casteu lang an der 2. Stelle in der Gesamtwertung, als er während der 5. Etappe schwer stürzte und Verletzungen am Bein aufgeben musste
- Frans Verhoven hatte Pech mit seiner BMW: zuerst verlor er zu Beginn der Rallye viele Stunden Zeit nach technischen Problemen, dann verlor er den Sieg auf der 11. Etappe am grünen Tisch und danach musste der Niederländerauf der 12. Etappe endgültig aufgeben
- Die Schwedin Annie Seel beendete die Rallye auf Platz 45 und war damit die bestplatzierte Frau in der Gesamtwertung. Auf dem Weg zum Ziel hatte sie allerdings eine gewaltige Schrecksekunde zu verdauen.
- 161 FahrerInnen nahmen das Rennen auf, 88 erreichten das Ziel.
- Alain Duclos war im vergangenen Jahr der Teamkollege von Marc Coma im KTM-Werksteam und erreichnet Platz 32. In diesem Jahr war er als Privatfahrer unterwegs und verbesserte sich auf Platz 6
Die Stimme des Siegers
Cyril Despres zu seinem 3. Dakar-Sieg:
“Jeder Sieg ist schön, aber dieser ganz besonders. Ein Arbeitssieg, ein Sieg der Erfahrung, der Sieg eines unglaublichen Teams. Wir sind zu neunt, und nicht ein einziger hat das Ziel aus den Augen verloren. Alle wollten gewinnen, alle wollten kämpfen, und wir haben gewonnen. Einfach genial. Natürlich setzt das große Emotionen frei. Wir haben hart gearbeitet. Es ist nun schon drei Jahre her, seitdem wir den Rose Lake 2007 mit einem Sieg verließen. Seither gab es drei Jahre voller Misserfolge, Pannen und harten Trainings. Da geht einem ein dritter Sieg verständlicherweise sehr nahe. Schließlich bin ich auch nur ein Mensch, selbst wenn ich die Maschine zwei Wochen lang hart am Limit gefahren bin und viel Kraft gelassen habe. Die restliche Kraft ist jetzt in Freudentränen aufgegangen. KTM hat wesentlichen Anteil an diesem Erfolg. Man hat uns Vertrauen geschenkt. Wir haben jeden einzeln ausgewählt. Seit vielen Monaten arbeiten wir rund um die Uhr. Es ist wohl klar, dass ich niemals Versagensängste hatte. Ich wollte lediglich gewinnen. Und mein Siegeshunger war allemal stärker als die Versagensangst. Das war eine harte aber schöne Dakar, und ich freue mich riesig über den Gesamtsieg.”
Das Best-Of Video
Das war die Rallye Dakar 2010

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