Rallye Dakar: Ruhetag und Zwischenergebnis

09.01.2010 | Beitrag von Redaktion   

Cyril_Despres_Nach der längsten Etappe der Dakar 2010 ist heute ein Ruhetag eingeplant.  Nach 7 von 14 Etappen ein guter Zeitpunkt, um ein Zwischenresumee zu ziehen.

Die Motorräder

Der größte Aufreger vor dem Start der 32. Rallye Dakar war mit Sicherheit die Hubraumbeschränkung auf 450ccm. Ziel des Veranstalters ASO war, damit die Dominanz der KTMs zu brechen und die Chancen für andere Hersteller zu erhöhen.

Auf den ersten Etappen zeigte sich auch tatsächlich ein ungewohntes Bild: Tagessiege von Casteu auf Sherco, Fretigne auf Yamaha, Lopez auf Aprilia anstatt der ansonst gewohnten KTM-Phalanx mit Despres und Coma. Mit Fortschreiten der Rallye stellen sich diese beiden aber immer besser auf die neuen Bedingungen ein und begannen, fast wie gewohnt, das Rennen zu dominieren.

Die Favoriten

Neben Despres und Coma war es auf den ersten Etappen vor allem der Franzose David Casteu, der mit seiner SHERCO gleich einmal die erste Etappe gewann und sich auch in der Folge vom langsam stärker werdenden Cyril Despres nicht abschütteln ließ. Doch in der 5. Etappe war es für ihn vorbei, bei einem Sturz zog er sich eine schmerzhafte Verletzung am Oberschenkel zu und musste aufgeben.

Der nächste, der dann die Position des ersten Verfolgers einnahm war Francisco Lopez Contardo (CHI/Aprilia) der nach dem Gewinn der 5. Etappe den zweiten Rang in der Gesamtwertung übernahm.Aber auch für ihn lief  es danach nicht mehr so gut. In der 7. Etappe verlor er 48 Minuten und seinen 2. Platz an Marc Coma.

Cyril Despres startete etwas verhalten in die Rallye, jedenfalls bis zur 3. Etappe. Mit dem Tagessieg übernahm er die Spitze von David Casteu und behielt diese Position bis jetzt. Mit einem weiteren Etappensieg in Etappe 7 (sein insgesamt 22. Etappensieg bei der Dakar) unterstrich er seinen Anspruch auf den Gesamtsieg. Mit einem Vorsprung von 1h06’50” auf Marc Coma hat er nun die besten Chancen.

Für Marc Coma ist die Dakar 2010 bis jetzt eine etwas deprimierende Angelegenheit: mehr als eine Stunde hat der Spanier durch technische Probleme bzw. durch eine 22 Minuten-Zeitstrafe wegen Geschwindigkeitüberschreitung verloren. Andererseits zeigt ein Blick zurück auf die Dakar 2009, dass das Schicksal oft für ausgleichende Gerechtigkeit sorgt. Im Vorjahr verlor Cyril Despres durch wiederholte Reifenprobleme auf den ersten Etappen so viel Zeit, dass er es nach dem Ruhetag nicht mehr schaffte an den späteren Sieger Coma heran zu kommen.

Das Teilnehmerfeld

161 FahrerInnen starteten in Buenos Aires, morgen werden zur 8. Etappe nur mehr 90 antreten. Neben vielen Aufgaben aus technischen Gründen erwischte es einige Piloten bei voller Fahrt. David Casteu und Jordi Viladoms kamen dabei noch recht glimpflich davon, für Luca Manca jedoch wurde die sechste Etappe zur Katastrophe. Der Italiener zog sich lebensbedrohliche Kopfverletzungen zu und wurde in ein künstliches Koma versetzt.

Der Österreicher Martin Freinadametz hält sich stabil im vorderen Drittel . Eine starke Leistung des KTM-Privatfahrers, der sich nach der 7. Etappe auf Platz 37  mit einem Rückstand von 08h23’22” eingereiht hat.

Einer, der mit hohen Erwartungen ins Rennen ging, war auch der Niederländer Franz Verhoeven. Mit der BMW G450X standen die Chancen auf einen Platz unter den Top 10 recht gut. Doch schon auf der ersten Etappe gab es technische Probleme mit seiner Maschine, die 2. verlief nicht viel besser. Danach konnte Verhoeven zwar immer vordere Ränge einfahren ( 11., 17., 13., 23., 15.) liegt aber in der Gesamtwertung nur auf Rang 65 mit einem Rückstand von mehr als 16 Stunden.

Marc_Coma___Henk_Knuiman_Jordi_Viladoms__Marc_Coma__Jordi_Viladoms_Pal_Anders_Ullevalseter_




Kommentarfunktion zu diesem Artikel derzeit geschlossen.