Die Superbike WM 2009: Höhen und Tiefen
Der Rücktritt von Weltmeister Troy Bayliss mit Ende der Saison 2008 eröffnete für einen Superbike-Veteranen alle Chancen, endlich den WM-Titel zu gewinnen: Noriyuki Haga, der seit dem Jahr 1998 (mit Unterbrechungen) in der Superbike WM fährt, erbte von Bayliss den Platz im Ducati-Team und war der erklärte Favorit der Saison 2009.
Bereits im ersten WM-Lauf in Phillip Island wurde der Japaner seiner Favoritenrolle gerecht und holte sich den ersten Sieg. Bereits im zweiten Lauf zeigte aber dann der Neue auf: Ben Spies, gerade aus der AMA-Superbike gekommen gewann und legte gleich eine Serie von 3 Siegen in Folge hin. Es kommt zu einem Schlagabtausch der beiden, die sich Rennen für Rennen die Siege untereinander aufteilen. Erst im 8. Lauf der Saison in Monaz schaffte es mit Hagas Teamkollegen Michel Fabrizio erstmals ein anderer Fahrer zu gewinnen.
Donington bringt für Haga eine Schrecksekunde: bei einem Sturz wird er von der eigenen Maschine getroffen. Dabei erlitt er eine ganze Reihe von Brüchen und musste die folgende vierwöchige Sommerpause nützen, um wieder fit zu werden. In Brünn und am Nürburgring zeigt er wieder ansteigende Form und kommt in Imola endlich wieder als Sieger ins Ziel. Damit holt er sich die WM-Führung von Ben Spies zurück, wenn auch nur mit drei Punkten Vorsprung.
Die letzten vier Läufe: Magny Cours mit je einem Sieg von Spies und Haga bedeutet 10 Punkte Vorsprung für den Japaner vor dem Finale. Schon im ersten Lauf nimmt sich Haga aber dann selbst mit einem Sturzz die Chance auf dem WM-Titel. Im zweiten Lauf hat Ben Spies dann zwar Probleme mit seiner Maschine, aber sein fünfter Platz reicht dem Amerikaner doch für den Titel. Für Noriyuki Haga heisst es noch ein Jahr warten.
Die Aufsteiger:
Neben Rookie und Weltmeister Ben Spies zeigten sich zwei Fahrer ganz vorne: Michel Fabrizio (Ducati) und Jonathan Rea (Honda) gewannen drei bzw. zwei Rennen und lieferten den beiden Fahrern an der Spitze die ganze Saison über eindrucksvolle Duelle. Mit dem Abgang von Spies in die MotoGP-Klasse finden sich beide im engen Favoritenkreis für 2010.
Die Hersteller:
Aprilia kehrte nach einigen Jahren Pause wieder in die Superbike WM zurück. Max Biaggi gewann ein Rennen und den vierten Rang in der WM. Die Aprilia beeindruckte dabei vor allem bei der Leistung, konnte beim Top-Speed regelmäßig die anderen Maschinen übertreffen. BMW zeigte sich mit dem ersten Jahr in der Superbike-WM zufrieden und stufte die Saison 2009 als positives Lehrjahr ein.
Die Pechvögel:
Max Neukirchner startete mit einigen Spitzenplätzen in die Saison, doch dann kam Monza: bei einer Kolission kurz nach dem Start wurde er von einer Maschine getroffen. Nach längerer Genesungsphase nahm er Mitte Juli an den Testfahrten in Imola teil und stürzt erneut. Das bedeutete für den Deutschen das Saisonende und in Folge auch das Ende seines Engagements bei Suzuki, der Vertrag wurde mit Ende der Saison gekündigt.
Ruben Xaus stürzte in Brünn und zog sich einen Oberschenkelbruch zu. Der Teamkollege von Troy Corser bei BMW war in Imola wieder zurück, stürzte dann aber im letzten Saisonrennen wieder und erlitt erneut einen Beinbruch.
Die Absteiger:
John Hopkins, Makoto Tamada und Shinya Nakano kamen aus der MotoGP um bei den Superbikes wieder zu gewinnen. Gelungen ist es keinem, ständige Verletzungen haben alle drei immer wieder zurück geworfen. Nakano erklärte mit Saisonende seinen Rücktritt vom Rennsport. Auch die beiden anderen werden im kommenden Jahr nicht mehr bei den Superbikes dabei sein.
Die Polepositions:
mit 11 Polepositions in 14 Rennen stellte Ben Spies einen neuen Rekord auf, das hat vor ihm noch keiner geschafft. Ausserdem standen noch Jakub Smrz, Michel Fabrizio und Noriyuki Haga jeweils ein Mal auf Pole
Die Sieger:
Fünf Fahrer trugen sich in die Siegerlisten ein: Ben Spies (14), Noriyuki Haga (8), Michel Fabrizio (3), Jonathan Rea (2), Max Biaggi (1)
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