In einer Pressekonferenz gab die ASO gestern Änderungen in Reglement bekannt:
um die Bedingungen für die unterschiedlichen Klassen anzugleichen, werden ab 2011 nur mehr Motorräder bis zu einem Hubraum von 450 ccm zugelassen. Für die Dakar 2010 gibt es Übergangsregeln. Aktuell sind rund 40% der TeilnehmerInnen sind auf 450ccm – Maschinen unterwegs. Gegenüber den großen Bikes, das sind vor allem die 690er KTMs, haben diese natürlich schon rein technisch gesehen, wesentliche Leistungs- und Wettbewerbsnachteile.
Um diese Nachteile aufzuheben, aus Kostengründen, 450er sind weitaus günstiger in Anschaffung und Wartung, und um damit auch vermehrt den “Einzelkämpfern” bessere Siegchancen gegenüber den WerksfahrerInnen zu ermöglichen, sind ab der Dakar 2010 nur mehr Motorräder mit maximal 450cc Hubraum zugelassen.
Bei der Dakar 2010 müssen alle Maschinen mit mehr als 450ccm Hubraum mit Drosseln versehen werden, die die Leistung auf das Niveau der 450er reduzieren.
Die Reaktion von KTM: Rückzug von der Dakar
KTM reagierte darauf schnell und konsequent. Die 690er ist sowohl bei den Werksteams als auch bei rund 50 Kunden-Teams im Einsatz, die Produktion der Maschinen war für Juni geplant, das dafür benötigte Material ist bereits zur Gänze auf Lager. Obwohl somit schon einiges für die Dakar 2010 investiert wurde, steigt KTM mit sofortiger Wirkung aus!
Die Änderung des Reglements ohne Vorankündigung, zu einem Zeitpunkt, als bereits alle Teams mitten in den Vorbereitungen stehen, ist für KTM völlig unverständlich.
Heinz Kinigartner íst schwer enttäuscht von der Vorgangsweise der Veranstalter, umso mehr als sich KTM nach der Absage der Rallye 2008 und dem Umzug nach Südamerika in diesem Jahr wieder voll engagiert hat und sicherliche einiges zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen hat.
Ingesamt wird dieser Schritt bei KTM als direkter Versuch gewertet, die jahrelange Dominanz bei der Dakar auf administrativem Weg zu brechen, wenn dies auf der Rennstrecke nicht möglich ist. Technische Änderungen – also wie zB. der Einbau von Drosseln, wie 2010 vorgeschrieben, werden keinesfalls vorgenommen.
KTM wird sich nun verstärkt auf die Weltmeisterschaft konzentrieren und prüft die Teilnahme an weitere Rallyes, vor allem in Afrika.
Jedenfalls ist das Kapitel Dakar damit abgeschlossen.
Tourenbike – Resumee
Eine derart tiefgreifende Änderung ohne Absprache mit den Teilnehmern zu beschließen ist unverständlich.
Die Vorbereitungszeit für eine große und anspruchsvolle Rallye wie die Dakar ist länger als ein paar Wochen, es musste den Veranstaltern also klar sein, dass KTM schon mitten drin ist in den Arbeiten für 2010.
Rund die Hälfte des Teilnehmerfeldes ist von dieser Entscheidung betroffen, darunter alle Spitzenteams mit fast allen Spitzenfahrern. Der Ausstieg von KTM beweist, dass sich die Veranstalter mit dieser Entscheidung ein Eigentor geschossen haben, gleichwertiger Ersatz wird sich nicht finden lassen.
Dakar 2010: Reglementänderung bei den Bikes – KTM steigt aus