Alles über Reifen

28.09.2007 | Beitrag von Redaktion   

Reifentypen, Reifenmontage, worauf muss man achten, Wartung und Pflege

Auswuchten | Breaker – Reifen | Diagonalreifen | Diagonal-Gürtelreifen (Bias-Belted) | Laufrichtungspfeil | Luftdruck | Nachschneiden | Lagerung von Reifen | Profiltiefe | Radialreifen | Reifenkennzeichnung | Reifenmontage | Reifenreparatur | Schlauch- und Schlauchlosreifen | Sicherheitsregeln | Tragfähigkeit | Ventilkappe | weiterführende Links…..


Auswuchten

Das Auswuchten der Reifen sowie den Reifenservice solltest du deinem
Motorradreifenhändler überlassen, der dafür über die nötige Ausrüstung und das nötige Wissen verfügt. Keine flüssigen Auswuchtmittel verwenden

Breaker-Reifen

Die Breaker-Variante entstand aus der Diagonalkonstruktion mit der Forderung,
die Lauffläche von innen wirksam zu verstärken, um eine höhere Laufleistung
durch geringeren Querschlupf zu erzielen, und den Reifen pannensicherer zu
machen.

Der Querschlupf ist konstruktonsbedingt und entsteht durch die seitliche Verformung des Reifens beim Abrollen. Schlupf bedeutet immer Abrieb. Je höherder Schlupf desto höher der Abrieb. Der Umfangsschlupf (auch Längsschlupf genannt) läßt sich durch defensive
Fahrweise oder auch vorsichtiges Gasgeben erheblich reduzieren, jedoch nicht ganz vermeiden, da zum Übertragen der Kräfte des Reifens auf die Fahrbahn stets Schlupf nötig ist.

Verwendetes Material: meist Rayon- oder Nylongewebe
Breaker und Karkasse weisen in der Regel gleiches Material auf.
Typische Bezeichnung: 130/90 – 16 M/C 73H TL reinforced TK 17

Diagonalreifen

Der “Klassiker” auf dem Markt ist der Diagonalreifen.
Seine Vorteile liegen im einfachen Aufbau und in der stabilen Flanke, die besonders
beim Einsatz im Gelände häufig Vorteile bringt (Durchschlagschutz).

Konstruktionsbedingt ist der Diagonalreifen bis maximal 240 km/h einsetzbar.
Verwendetes Material: meist Rayon- oder Nylongewebe
Typische Bezeichnung: 4.00 – 18 M/C 64H TL TKH 24

Diagonal-Gürtelreifen (Bias-Belted)

Der Diagonal-Gürtelreifen stellt die Vorstufe zum Radialreifen dar, da die Karkasse zwar noch diagonal ist, aber ein Gürtel, meist aus Kevlar, vorhanden ist.
Verwendetes Material: meist Nylon- oder Rayonkarkasse mit Kevlargürtel.
Der Gürtelreifen ist rein äußerlich an dem B (= bias-belted) in der Reifenkennung zu
erkennen.
Typische Bezeichnung: 150/70 B 17 M/C 69H TL Escape

Lagerung von Reifen

Reifen sollten kühl, trocken und dunkel gelagert werden.

Laufrichtungspfeil

Reifen mit Laufrichtungspfeil sind grundsätzlich in der auf den Reifen angegebenen
Drehrichtung zu montieren, da sich sonst das Abrieb- und Fahrverhalten
verschlechtert oder unter extremen Einsatzbedingungen der Reifen beschädigt
werden kann.

Luftdruck

Die Motorradhersteller geben in den Fahrzeughandbüchern sehr genau auf den richtigen Luftdruck an. Sie finden dort Luftdruckangaben für jede Fahrsituation. Zusätzlich befindet sich meistens ein Aufkleber mit Luftdruckhinweisen am Fahrzeug.

Die Fahrzeughersteller unterscheiden nach Belastung (Solo oder mit Sozius und/oder
mit Gepäck) und Geschwindigkeit (Landstraße oder Autobahn).

Optimal ist, stets den höchsten Luftdruck, der im Fahrzeug-Handbuch angegebenen ist, einzustellen. Du verlierst etwas Fahrkomfort, gewinnst aber sehr viel mehr an Fahrsicherheit.

Darüber hinaus wird der Rollwiderstand geringer, und das hilft Kraftstoff sparen.
Ein falscher Luftdruck verkürzt die Lebensdauer der Reifen und kann zudem das Fahrverhalten des Motorrades negativ beeinflussen.

Zum Beispiel erwärmen sich bei zu niedrigem Luftdruck die Reifen unter
Umständen so stark, daß Schäden auftreten können. Ein zu hoher Luftdruck kann
eine ungleichmäßige Abnutzung der Reifen zur Folge haben.

Gemessen wird der Luftdruck bei kalten Reifen. Während der Fahrt erwärmt sich
der Reifen und der Luftdruck steigt an (bis zu 0,5 bar). Dieser Überdruck darf nicht
abgelassen werden, denn er gleicht sich mit dem Abkühlen automatisch aus.

Nachschneiden

Das Nachschneiden von Motorradreifen ist grundsätzlich verboten.

Profiltiefe

Abgefahrene Reifen beinträchtigen das Fahrverhalten des Motorrades und vermindern
dadurch die Fahrsicherheit.

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm auf 75% der Lauffläche.
In jedem Fall besser für Fahrverhalten und Fahrsicherheit ist jedoch eine Mindestprofiltiefe von 2 mm.

Radialreifen

Radialreifen weisen einen Karkasswinkel von zirka 90° zur Umfangsrichtung (Fahrtrichtung) und einen Gürtelwinkel von etwa 0 – 25° auf. Der unter der Lauffläche
liegende Gürtel sorgt für Stabilität und läßt dank wesentlich geringerer Fliehkraftverformung erheblich höhere Geschwindigkeiten zu. Aufgrund des geringen Materials im Flankenbereich des Reifens erwärmt sich der Reifen weniger, die Hochgeschwindigkeitsfestigkeit erhöht sich zusätzlich.

Moderne Motorräder sind fahrdynamisch auf Radialreifen abgestimmt. Zum
Vergleich: Diagonalreifen „wächst“ bei 210 km/h im Durchschnitt etwa 2 cm im Durchmesser, während sich ein vergleichbarer Radialreifen nur um wenige mm ausdehnt.
Der Radialreifen ist rein äußerlich an dem R in der Reifenkennung zu erkennen.

Reifenkennzeichnung

Die Reifenkennzeichnung gibt Aufschluß über
• die Reifenbreite (in mm oder Zoll)
• das Querschnittsverhältnis (Höhe zu Breite)
• die zugelassene Höchstgeschwindigkeit
• den Felgendurchmesser
• die Traglast

Beispiele der Kennzeichnung:
3.50-18 M/C 62P TT reinforced
3.50 = Reifennennbreite 3,50 Zoll
– = Diagonalbauweise
18 = Felgendurchmesser in Zoll
62 = Tragfähigkeitsindex -
siehe Tabelle Seite 88
P = Symbol für zugelassene
Höchstgeschwindigkeit
(P = 150 km/h)
TT = Tubetype (Schlauchreifen)
reinforced = verstärkt, erhöhte
Tragfähigkeit des Reifens

150/70 B17 M/C 69H TL
150 = Reifennennbreite in mm
/70 = Querschnittsverhältnis von
Höhe zu Breite = 70 : 100
B = bias belted = Gürtelreifen
(Reifenbauart)
17 = Felgendurchmesser in Zoll
69 = Tragfähigkeitsindex -
siehe Tabelle Seite 88
H = Symbol für zugelassene
Höchstgeschwindigkeit
(H = 210 km/h)
TL = Tubeless (Schlauchlosreifen)

Reifenmontage

Die Reifenmontage sollte nur durch den Fachmann erfolgen. Reifenwulst und Felge
müssen beidseitig vollständig mit Montierpaste oder Seifenwasser eingestrichen
werden. Benutze bitte keine öl- oder silikonhaltigen Flüssigkeiten. Achte auf den Laufrichtungspfeil des Reifens. Verwende keine Reifenabdichtungsmittel.

Reifenreparatur

Montiere bei der Beschädigung eines Reifens immer einen neuen.

Schlauch- und Schlauchlosreifen

Generell gilt, daß die Bereifung am Motorrad
zu montieren ist, die in den Fahrzeugpapieren
steht. Andernfalls erlischt die
Betriebserlaubnis.
Ist also in den Fahrzeugpapieren
Schlauchlosbereifung (TL = Tubeless) vorgeschrieben,
so muß auch TL-Bereifung
montiert sein; bei Schlauchreifen (TT =
Tube-type) muß eine TT-Bereifung montiert
sein.
Fehlt in den Papieren ein entsprechender
Hinweis, kann wahlweise TL- oder TTBereifung
eingesetzt werden.

Die wichtigsten Sicherheitsregeln

• Vorgeschriebenen Mindestluftdruck einhalten! (Siehe Fahrzeughandbuch)
• Luftdruck bei jedem Tankstop prüfen und gegebenenfalls korrigieren
• Maximale Tragfähigkeit nicht überschreiten! (Siehe Typenschein)
• Stoßbeanspruchungen vermeiden! (Zum Beispiel Randsteine)
• Reifen regelmäßig auf Verletzungen prüfen!
• Profiltiefe nie unter 2 mm! Mehr ist besser.
• Nur vorgeschriebene Reifen kaufen!
• Optimale Fahreigenschaften nur durch einheitliche Bereifung.
• Zum Reifen passenden Schlauch wählen (falls erforderlich)!
• Neue Schläuche für neue Reifen!
• Ventil durch Kappe schützen! Neues Ventil für neue schlauchlose Reifen!
• Nur vorgeschriebene Felgen in einwandfreien Zustand verwenden!
• Spezialfelgen mit Sondergenehmigung!
• Reifenmontage nur durch den Fachmann!

Tragfähigkeit

Achte darauf, daß die zulässige Achslast (zulässiges Gesamtgewicht gemäß Typenschein) sowie die Tragfähigkeit der Reifen (gemäß Reifenkennung / Seitenwandbeschriftung) auf keinen Fall überschritten wird.

Ventilkappe

Die Ventilkappe muß im Betrieb immer aufgeschraubt sein!
Achte darauf, dass die Kappe mit einen Dichtring versehen ist. Die Kappe vermeidet Luftverlust bei hohen Geschwindigkeiten oder defektem Ventileinsatz.

Weiterführende Links

Avon
Barum
Brigdestone-Reifen
Continental
Dunlop
Homepage von Continental
Metzeler
Michelin
Pirelli
Pneumat
Yokohama



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