MotoGP Istanbul: Melandri siegt vor Stoner

30.04.2006 | Beitrag von Redaktion   

Casey Stoner hat noch eine Chance, der jüngste MotoGP-Sieger der Geschichte zu werden. Falls er den Sieg in Istanbul nicht schafft, bleibt Freddie Spencer der Jüngste (1982, im Alter von 20 Jahren und 196 Tagen). Nicky Hayden ist der im Moment konstanteste Fahrer. Er stand in den letzten sechs Rennen immer auf dem Podium. Italien unschlagbar ? Valentino Rossi landete in Katar den 11. Sieg in Folge durch italienische Fahrer.  Nur noch zwei Fahrer haben nach den ersten beiden Rennen keine WM-Punkte: Randy de Puniet ( Kawasaki ) und Jose Luis Cardoso ( D’ANTIN PRAMAC DUCATI )

Das Training:

Das Donnerwetter, das Pramac-Ducati-Teamchef Luis D´Antin gegenüber Reifenhersteller Dunlop losgetreten hatte, scheint seine Wirkung nicht verfehlt zu haben. Von den Zeiten und Plätzen her befinden sich seine beiden Fahrer zwar nach dem ersten Trainingstag in Istanbul am Ende des Felds. Doch Dunlop habe bessere Reifen geliefert, und der erste Eindruck sei nicht schlecht.

“Die Reifen sind speziell auf unsere Motorräder zugeschnitten sind“, erklärte Alex Hofmann. „Ich bin nicht unzufrieden. Wir verfügen nun über mehr Grip am Hinterrad. Dadurch hat sich aber die Balance zwischen Hinter- und Vorderrad verändert. Wir sind jetzt auf der Suche nach der optimalen Abstimmung. Jetzt wissen wir aber wenigsten, in welche Richtung wir arbeiten müssen. Das ist schon mal sehr positiv. Morgen im Abschlusstraining werden wir alles unternehmen, um das Rennen unter den besten Bedingungen in Angriff zu nehmen“, erklärte Hofmann.

Weil der Deutsche im Vorjahr verletzt war, ist der 5,3 Kilometer lange Istanbul-Circuit für ihn Neuland. „Die Strecke ist wirklich sehr schön gebaut“, schwärmte der Ducati-Privatier. „Es gibt viele verschiedenartige Kurven, es geht bergauf und bergab und es gibt schnelle und langsame Abschnitte. Die Strecke ist sehr amüsant.“ Den Wind empfand Hofmann nicht als allzu störend. „Das Wetter war in Ordnung. Bis auf den Wind, doch der war längst nicht so heftig wie in Katar“, meinte der Ducati-Pilot.

Das Qualifying:

Das Abschlusstraining in der MotoGP-Klasse zum Großen Preis der Türkei versank im Regen. Dennoch blieb die Zeitenhatz bis zur letzten Minute spannend. Wie vor drei Wochen in Katar, als Casey Stoner Bestzeit fuhr, steht auch morgen in Istanbul mit Chris Vermeulen ein Rookie auf der Pole Position.

Die Bridgestone-bereifte Suzuki funktionierte auf dem total nassen Istanbul-Circuit fantastisch. Der junge Australier ließ es richtig rutschen und quetschte eine Bestzeit nach der anderen aus dem Ärmel. „Das Motorrad hat optimal funktioniert, weshalb ich richtig angreifen konnte“, freute sich der Suzuki-Pilot, der im Vorjahr noch in der Superbike-WM unterwegs war. Auf klarem Bestzeitkurs in der letzten Runde lag Nicky Hayden. Doch der 24-jährige US-Amerikaner war in einer Kurve zu spät dran und ärgerte sich fürchterlich, dass die Pole außer Reichweite war. „Wenn ich nicht diesen komischen Fehler gemacht hätte, wäre vielleicht die Bestzeit drin gewesen. Insgesamt war es aber schon Wahnsinn, wie es heute unter diesen nassen gelaufen ist“, meinte Hayden. Der Repsol-Honda-Werksfahrer belegte Platz zwei vor den beiden Ducati-Marlboro-Werksfahrern Sete Gibernau und Loris Capirossi.

Gibernau schaute glücklich aus. „Es war wichtig, heute im Nassen schnell zu sein. Wenn ich eine Rolle im WM-Kampf spielen will, muss ich mit allen Bedingungen zurecht kommen“, so der Spanier. Auf den ersten acht Plätzen befanden sich sechs Fahrer mit Bridgestone-Reifen. Michelin-Pilot Valentino Rossi folgte erst auf Rang elf. Was der Camel-Yamaha-Werksfahrer auch anstellte, an die besten Zeiten kam er nie heran. Auf die Pole büßte der siebenfache Weltmeister fast drei Sekunden ein.

Richtig schwer tat sich auch Alex Hofmann. Das Duell mit Teamkollege José Luis Cardoso gewann der Deutsche nur knapp. Langsamer als die beiden Ducati-Pramac-Fahrer war nur Der Brite James Ellison.

Das Rennen:

Marco Melandri wiederholte in der Türkei seinen Vorjahreserfolg und sicherte sich in einem packenden Rennen vor rund 38.000 Zuschauer den Sieg vor Casey Stoner.

Über viele Runden wusste man nicht, wer der spätere Sieger sein wird. Mit Melandri, Stoner, Pedrosa und Hayden fuhren vier Piloten auf dem selben hohen Niveau und zudem mit den Messer zwischen den Zähnen. Zuerst musste Nicky Hayden zurückstecken und dem erhöhten Reifenverschleiß Tribut zollen. Auch sein Teamkollege Dani Pedrosa verabschiedete sich nach einem Sturz in der letzten Runde aus der Reihe der Siegkandidaten. Der wasserscheue Spanier konnte das Rennen aber wieder aufnehmen und noch auf einem Punkterang ins Ziel fahren.

Unerwartet lange konnten sich die Suzuki-Piloten im Spitzenpulk behaupten. Erst in Runde 8 rutschte John Hopkins aus den Podiumsplätzen. Der Amerikaner hatte seine Bridgestone-Pneu’s überansprucht und musste sich später sogar einen neuen Hinterradreifen abholen. Teamkollege Chris Vermeulen fuhr reifenschonender und wurde guter Siebter.

Valentino Rossi tat sich auf der von ihm ungeliebten türkischen Rennstrecke schwer. Von Position 11 gestartet, kämpfte sich der Ausnahmekönner zwar schnell nach vorne, nach einem Verbremser musste sich Rossi aber wieder im hinteren Feld einsortieren.

Für Alex Hofmann hat sich das “Dunlop-Donnerwetter” seines Teamchefs gelohnt. Mit neuem Material ausgestattet, fightete der Ducati-Pilot mit Carlos Checa um die Ehre des bestplazierten Dunlop bereiften Starters. Der 25-Jährige Wahlschweizer musste sich sich am Ende jedoch mit dem undankbaren 16. Rang begnügen.




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