Wenn sich Autos in Kolonnen einreihen. Wenn vorne ein LKW sich mühsam den Berg hinauf kämpft. Wenn ein Traktor sich mit 20 km/h über die Landstraße quält.
Dann juckt es im rechten Handgelenk – Überholen ist angesagt.
Aber Vorsicht: Beschleunigung ist nicht alles, beim Überholen sollte man sich von den Kraftreserven des Motorrades nicht zu riskanten Manövern verleiten lassen.
Konzentration
ist das wichtigste: sobald die Entscheidung zum Überholen getroffen ist, müssen sich alle Sinne daraufhin ausrichten
Die Kenntnis des Beschleunigungsverhaltens
des eigenen Motorrades ist beim Abschätzen, ob Überholen möglich ist, von zentraler Bedeutung. Gerade bei Fahranfängern oder mit einem neuen Bike heißt das: eher einmal warten und später überholen, als unnötiges Risiko eingehen !
Schalten
Einen oder zwei Gänge hinunter schalten und zügig, aber kontrolliert beschleunigen, sobald der Überholvorgang begonnen hat.
Sicherheitsabstand seitlich
Ein Motorrad ist weitaus Windanfälliger als ein Auto: gerade beim Überholen von LKWs oder Bussen ist höchste Wachsamkeit auf Seitenwind (beim Austritt aus dem seitlichen Windschattens) und auf die Sogwirkung des überholten Fahrzeuges zu richten.
Bei Fahren in der Gruppe
gilt zuerst: innerhalb der Gruppe wird nicht überholt. Wenn die Gruppe Fahrzeuge überholt, dann nach dem Überholen gleich ganz rechts einordnen, damit ein nachkommendes Gruppenmitglied noch genügend Platz für ein sicheres Einordnen in die Fahrspur hat. Wenn möglich versucht man zu dritt od. zumindest zu zweit bei einem Überholvorgang mitzufahren. Ein Tipp für Ausnahmefälle, wenn nicht genügend Platz zu Einordnen zwischen den Autos ist. Der erste Fahrer verringert nach dem Einordnen sein Tempo und sorgt somit für genügend Platz um den nachfolgenden das Einordnen zu ermöglichen.
Vorausschauend Fahren
(das gilt natürlich in allen Fahrsituationen) Motorräder können von anderen Verkehrteilnehmern leicht übersehen werden. Daher immer darauf achten: was mach der Querverkehr, biegt jemand links ab ? Generell gilt, besser auf ausgebauten Streckenabschnitten mit etwas überhöhter Geschwindigkeit zu überholen, als in folgenden kurvenreichen Strecken oder Ortsgebieten ein Risiko einzugehen.
Sicherheitsabstand
wer immer nur darauf schaut, wann die nächste Überholmöglichkeit ist, kann leicht zu knapp an das vorfahrende Fahrzeug auffahren. Ohne ABS (oder ähnlichen Systemen) ist der Bremsweg eines Motorrades länger als der eines Autos. In überraschenden Bremssituationen kann es leicht zum “überbremsen” des Motorrades kommen, wodurch dieses außer Kontrolle gerät.
Mehr Abstand schafft auch mehr Platz zum Beschleunigen
vor dem Überholen und führt zu einem kürzen Überholweg. Für die Nachfolgenden gilt: wenn möglich mit überholen.
Kurvenreiche und schmale Straßen
LKWs, Busse oder Wohnmobile benötigen auf kurvenreichen und schmalen Straßen oft die gesamte Fahrbahnbreite. Bei schlecht einsehbaren Kurven auf schmalen Straßen muss man immer damit rechnen, dass auch auf der eigenen Fahrspur Gegenverkehr herrscht. daher: schlecht einsehbare Kurven = nicht überholen !
Kurvenausgang
bei guter Sicht nach vorne meist eine gute Möglichkeit langsam vorfahrende Fahrzeuge zu überholen. Dabei wird das gute Beschleunigungsvermögen des eigenen Motorrades genutzt. Und es ist sicherer als vor der Kurve zu überholen.
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