Der Spaß beim Mopedfahren liegt in den Kurven.
Für noch mehr Spaß und vor allem sicheres Fahren ein paar Grundlagen.
Inhalt:
Wie lenkt man ein Motorrad ?
Ab ca. 25 km/h (die tatsächliche Geschwindigkeit ist abhängig von der Bauart des Motorrades, dem Gewicht, u.ä.) entwickeln sich Kreiselkräfte, die das Motorrad in einem stabilen Gerade – Auslauf halten.
Um nun die Maschine dazu zu bringen, eine Kurve zu fahren, muß man genau diese Kreiselkräfte überwinden. Ein sich drehender Körper, das sagt uns die Physik – hat die Tendenz sich aufzurichten (Aber das kennen wir ja schon von den Kinderspielzeug-Kreiseln)
Während bei Schrittempo (also langsamer als diese ca. 25 km/h) der Lenker genau in Richtung der Kurve ausgerichtet wird, geht es nun genau anders herum !
Wichtig ! Eine Gewichtsverlagerung führt nicht zum Einlenken in die Kurve !
Sondern: Der Lenker wird durch leichten Druck auf der Kurveninnenseite (Lenkimpuls) in Richtung “aus der Kurve heraus” bewegt. (Aber nur ein wenig, sonst fährt die Maschine wirklich dorthin). An der Kurven – Aussenseite zieht man den Lenker leicht zu sich oder übt zumindest keinen Gegendruck aus. Sonst gehts es geradeaus weiter.
Dadurch wandert die Reifen-Auflagefläche von der Mitte des Reifens an die Kurven-Innenseite – das Motorrad bekommt Schräglage.
Zusammengefasst:
Falsch ist:
den Lenker auf der Innenseite der Kurve nach unten zu drücken um das Motorrad in Schräglage zu bringen; oder den Lenker in Richtung der Kurve ausrichten.
Richtig ist:
Gelenkt wird indem der Lenker beim Einfahren in die Kurve etwas entgegen der geplanten Fahrtrichtung gedrückt wird.
Das heisst für die Rechtskurve:
rechts (das ist die Seite mit dem Bremspedal) den Lenker leicht nach vorne andrücken – Motorrad kippt nach rechts in die Schräglage
Für die Linkskurve:
links (das ist die Seite mit dem Kupplungspedal) den Lenker leicht nach vorne andrücken – Motorrad kippt nach links in die Schräglage
Schräglage
Schräglage ist das Gleichgewicht zwischen den Fliehkräften und der Schwerkraft
Die Fliehkraft richtet das Motorrad in der Kurve auf, die Schwerkraft zieht es nach unten, hin zur Kurven-Innenseite
Je größer die Schräglage desto mehr kippt das Motorrad nach innen und desto höher muß die Kurvengeschwindigkeit sein. Mit höherer Geschwindigkeit steigt die Fliehkraft und richtet das Motorrad wieder auf.
Wer also Angst hat, dass das Motorrad kippt, der muß nur etwas mehr Gas geben und
die größer werdende Fliehkraft sorgt dafür, dass er nicht umkippt.
Zu jeder Geschwindigkeit gibt es also die passende Schräglage – solange die Räder nur
genug Bodenhaftung haben.
Es gibt verschiedene Techniken des Kurvenfahrens:
| LegenKörper und Maschine bilden eine Linie |
| Drücken(das Motorrad ist stärker zum Boden geneigt als der Fahrer) Beim Drücken ist das Gewicht mehr senkrecht zur Straße. Besonders geeignet bei schlecht haftenden Untergründen (Schotter, Nässe ). Bei zu schneller Einfahrt in die Kurve oder Verringerung des Radius im Kurvenverlauf wird das Motorrad weiter nach innen gedrückt. |
![]() | HängenDer Fahrer neigt sich mehr als das Motorrad. |
![]() | Hang off(der Fahrer hängt neben der Maschine) Beim „Hang off“ hängt der Fahrer innen neben der Maschine. Dadurch verschiebt sich der Schwerpunkt sehr stark zur Kurveninnenseite. Vorteil: Das Motorrad muß nicht so weit in Schräglage gebracht werden weil der Fahrer ja so weit raushängt. Dadurch kann die Kurve mit wesentlich größerer Geschwindigkeit gefahren werden. Nachteil: Muß die Fahrtrichtung spontan geändert werden, dann hat der Fahrer das Problem, dass er sich sehr schnell von der einen Seite vom Motorrad zur anderen werfen muß. Hang off ist keine Technik für den normalen Straßenverkehr, es gibt dabei keinerlei Reserven für Unvorhergesehenes ! |
Egal welche Technik du anwendest:
der Kopf muss dabei immer horizontal zur Fahrbahn bleiben.
Bremsen in Schräglage
Bremsen in Schräglage ist auf Grund komplizierter fahrphysikalischer Zusammenhänge schwierig. Ein solches Bremsmanöver erfordert eine hoch entwickelte Fahrzeugbeherrschung.
Unübersichtliche Kurven sollten mit Geschwindigkeitsreserven angefahren werden, um zu verhindern, dass im Bereich der Kurve gebremst werden muss. Denn bestimmte Motorräder neigen durch ihre Konstruktion dazu, sich beim Bremsen in Schräglage abrupt aufzurichten. Durch breite Reifen wird dieser Brems-Lenkmoment verstärkt.
Beim Bremsen in der Kurve kann sich die Maschine aufrichten und gerät dann kurzzeitig in einen instabilen Fahrzustand, der durch Lenkimpuls korrigiert werden muss.




am 28.08.2011 um 15:58 Uhr
Klar, gerne. Und danke fürs Fragen – lg andreas
am 28.08.2011 um 15:13 Uhr
Hallo, darf ich eure Bilder druecken.gif unter nennung der Quelle für einen Artikel über die Kurventechnik von Harley verwenden?
mfg