Motorrad ok ? Jetzt geht es um den Kopf !
Das Gesetz schreibt fürs Motorrad fahren nur das Tragen eines Helms vor – aber das ist nicht genug, um im Ernstfall wieder möglich unbeschadet nach Hause zu kommen
Tipps beim Helmkauf
Achte beim Kauf auf die Prüfnorm ECE 22-05 !
Modell:
Verwende nur Vollvisier- oder Vollvisier-Klapphelme.
Alles andere ist nicht nur beim Fahren unangenehm ( Fliegen, Staub, etc. ) sondern bietet bei einem Sturz für die Kinnpartie keinerlei Schutz. Jet- oder Trial-Helme haben im Straßenverkehr nichts zu suchen.
Passform:
Es zahlt sich aus, einige Helme zu probieren, um das Gefühl für die richtige Passform zu bekommen. Wenn du meinst, den richtigen Helm gefunden zu haben, behalte ihn einige Zeit ( 10-15 Minuten ) auf. Noch besser ist natürlich gleich eine Probefahrt – fragen kann man ja !
Damit bekommst du das Gefühl, ob es vielleicht doch da und dort Druckstellen gibt. Bei längeren Fahrten kann eine schlechte Passform zu Kopfschmerzen führen. Das ist nicht nur unangenehm sondern beeinträchtigt auch die Konzentration.
Brillen-/Sonnenbrillenträger: nicht vergessen die Brille aufzusetzen.
Kinnriemen:
Der Kinnriemen muss soweit angezogen werden können, dass noch zwei Finger zwischen Kinn und Riemen passen. Und der Kinnriemen muss beim Tragen immer geschlossen sein. Der Kinnriemen muß einfach zu bedienen sein, damit im Notfall auch jemand anders schnell den Helm entfernen kann.
Visier:
Die Öffnungsmechanik muß auch den Handschuhen und mit einer Hand leicht zu bedienen sein ( wer hat schon beim Fahren beide Hände frei ? ) Das Visier soll in kleiner Schritten verstellbar sein, damit es auch einen kleinen Spalt geöffnet werden kann (zB. bei Regen).
Getönte Visiere sehen vielleicht cool aus. Aber bei Dunkelheit, Nebel oder in Tunnels wird dadurch die Sicht dratisch verschlechtert. Besser sind – auch wenn es einiges mehr kostet – Helme mit einem wegklappbarem zusätzlichem Sonnenvisier.
Lüftung:
Leicht bedienbare Lüftungsschlitze sorgen für die richtige Durchlüftung bei hoher Luftfeuchtigkeit innen und aussen. Auch hier wieder ausprobieren, ob das mit Handschuhen funktioniert.
Sturmhaube:
Bei Nässe und Kälte bietet eine Sturmhaube den nahtlosen Übergang von der Jacke/Kombi zum Helm. Deshalb beim beim Helmtesten auch mit einer Sturmhaube probieren, ob noch alles passt und nichts drückt.
Schallschutz:
In Österreich dürfen keine Helme verkauft werden, die nicht der Prüfnorm ECE 22-05 entsprechen.
Eine Norm für die Schalldämmung gibt es aber nicht. Der Grund für Preisdifferenzen zwischen den angebotenen Modellen liegt daher oft in der unterschiedlichen Geräuschdämmung.
Austauschen:
Das Material des Helms ermüdet mit der Zeit. Witterung, Sonneneinstrahlung setzen der Stabilität zu. Zur eigenen Sicherheit sollte der Helm spätestens nach 5 Jahren durch einen neuen ersetzt werden.
Tipps für den Alltag:
Vor dem Aufsetzen:
Wer hat nicht schon einmal eine Biene oder ähnliches Getier im Helm gehabt. Schlimm, wenn das während der Fahrt passiert. Aber mit Tierbegleitung losfahren muss nicht sein – daher kontrollieren, ob nichts drinnen ist, was nicht hineingehört, speziell dann wenn der Helm zuvor im Freien abgelegt war.
Visierreinigung:
Wenn man im Sommer nach einer Tour zurückkehrt, befinden sich auf dem Visier meist eine Menge Mücken, Fliegen und teilweise undefinierbare Tiere. In diesem Fall einfach nach der Tour ein Blatt Haushaltstuch bzw. Küchenrolle total nass machen und glatt auf das Visier legen. Nach ca. 10 Min. ist auch die letzte Mücke oder Fliege weich, und man kann das Visier bequem sauberwischen. Für die Reinigung auf einer Tour bietet sich ein Pumpzerstäuber mit einem Geschirrspülmittel-Wassergemisch zum Anfeuchten an. Im Urlaub geht das auch gut mit dem Hotel-Toilettenpapier als Ersatz für das Haushaltstuch.
Zerkratzte Visiere
Um verkratzte Visiere wieder aufzupolieren bracht man kein Spezialmittel, Zahnpasta tut es auch. Das soll aber nur dann gemacht werden, wenn gerade keine neues Visier zur Hand ist oder gleich besorgt werden kann.
Ein neues Visier ist immer besser, zerkratzte Visiere behindern die Sicht bei schlechten äußeren Bedingungen ( Regen, Nebel, Dunkelheit )
Kinnriemen:
Beim Aufsetzen den Kinnriemen immer gleich schließen, auch wenn man nicht sofort wegfährt. Oft denkt man nicht mehr daran und fährt mit offenem Riemen los
Nach einem Sturz:
Helm prüfen auf Aufschlagspüren. Sind solche vorhanden, empfiehlt es sich dringend, einen neuen Helm anzuschaffen. Jeder Aufprall kann die Gesamt-Stabilität des Helms negativ beeinträchtigen und beim nächsten Sturz gibt es dann keinen Schutz mehr !
Helm verschönern:
Lacke und Aufkleber können die Integrität des Materials der Helmschale beeinflussen. Wer seinen Helm umgestalten will, sollte sich nicht selbst daran versuchen, sondern Spezialisten aufsuchen.
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